Di27.04.
Online

Online-Vortrag

Taharqa

Schwarzer Pharao

Online
Verfügbar ab: 9:00 Uhr
Dauer: 30 min

Der Eintritt ist frei

Keine Anmeldung erforderlich.

Vortragsserie „VIPs im alten Ägypten“

Vortragsserie zu bedeutenden Persönlichkeiten der altägyptischen Geschichte.

Jeden Dienstag wird ein neuer Vortrag auf unserem YouTube-Kanal hochgeladen.

Zum YouTube-Kanal des Museums: www.youtube.com/ÄgyptischesMuseumMünchen


Die Könige des Reiches von Kusch mit der Hauptstadt Napata am Gebel Barkal, im Norden des heutigen Sudan gelegen, regierten auch das Land Ägypten und orientierten sich an dessen Bestattungsbräuchen. Für ihre Grabstätten in el-Kurru und Nuri übernahmen sie die Grabform der Pyramide, der mumifizierte Leichnam wird in kostbaren Särgen beigesetzt, und zur Grabausstattung gehören Schmuck und Gefäße aus Stein, Ton und (Edel-)Metall. Die Grabkapellen verfügen über Scheintüren, und in ihrer Dekoration werden Bilder und Texte aus den ägyptischen Jenseitsführern verwendet.
Vor allem aber hat die Napataner das Konzept der Uschebtis überzeugt, jener mumiengestaltigen kleinen Figuren, die als Diener seit dem Mittleren Reich den Verstorbenen ins Grab mitgegeben wurden, meist in speziellen Behältern aus Stein, Holz oder Ton. In den Grabräumen unter seiner Pyramide in Nuri hatte König Taharqa entlang der Wände in mehreren Reihen hintereinander 1070 Uschebtis aus Stein aufstellen lassen. Sie waren aus Granit, Serpentinit, Kalzit-Alabaster oder Kalkstein gefertigt und bis zu 60 Zentimetern hoch. Anzahl und Format sind außergewöhnlich – in Ägypten wurden meist 365 Stück ins Grab mitgegeben, also für jeden Tag des Jahres ein Uschebti, manchmal ergänzt um Aufseher-Uschebtis für jede Woche und jeden Monat.
Es war also eine wahrhaft königliche Gefolgschaft, die dem König im Jenseits zur Verfügung stehen sollte. Unter ihnen lassen sich zwei ikonographische Typen unterscheiden: Entweder tragen sie das Königskopftuch oder, wie das Münchner Stück, eine voluminöse Perücke, beide mit Uräus-Schlange. Die individuell gestalteten Gesichter weisen porträthafte Züge auf und machen Taharqas Uschebtis zu qualitätvollen Werken der Bildhauerkunst.

Quarzit
Napatanisch (25. Dynastie), um 680 v. Chr.
ÄS 7113

© SMÄK