Digital erschlossen, wissenschaftlich fundiert, nachhaltig entwickelt
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst schließt Projekte im Förderprogramm kultur.digital.strategie erfolgreich ab
14. Juli 2026 – Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (SMÄK) hat seine Projekte im Förderprogramm kultur.digital.strategie des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst abgeschlossen. Im Rahmen der Programmlaufzeit 2023 bis 2026 wurden die wissenschaftliche Sammlungsdatenbank grundlegend weiterentwickelt, rund 1.000 Objekte über die Sammlung Online öffentlich zugänglich gemacht und eine neue interaktive Medienstation zu den assyrischen Reliefs eingerichtet. Damit stärkt das Museum seine digitale Infrastruktur und erweitert den Zugang zu Sammlung, Forschung und Vermittlung.
„Digitalisierung ist für Museen heute keine zusätzliche Aufgabe mehr, sondern ein grundlegendes Prinzip moderner Museumsarbeit“, sagt Museumsdirektor Dr. Arnulf Schlüter. „Sie verbessert den Zugang zu unseren Sammlungen, unterstützt die Forschung und eröffnet neue Möglichkeiten der Vermittlung. Dabei bleibt das Original stets Ausgangspunkt und Zentrum aller digitalen Angebote.“
© Entwurf Zetcom © SMÄKSammlung Online: Wissenschaftliche Daten für alle zugänglich
Im Mittelpunkt des Projekts stand die grundlegende Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Sammlungsdatenbank als Basis einer nachhaltigen Digitalisierung. Gleichzeitig wurden die Bestände über die Sammlung Online systematisch für die Öffentlichkeit erschlossen. Rund 1.000 Objekte können heute frei recherchiert, entdeckt und genutzt werden.
Die zugrunde liegenden Daten wurden wissenschaftlich überprüft, nach internationalen FAIR-Prinzipien neu strukturiert und redaktionell vereinheitlicht. Zugleich entstanden verbindliche Standards und Schreibanweisungen für die langfristige Pflege und den kontinuierlichen Ausbau der Datenbank. So wächst eine digitale Sammlung, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, nachhaltig nutzbar und zukunftsfähig bleibt.
Die Sammlung Online richtet sich gleichermaßen an Forschende, Studierende sowie an alle kulturgeschichtlich Interessierten und macht einen bedeutenden Teil der Münchner Sammlung weltweit frei zugänglich.
Zur Sammlung Online
Die Antike war bunt – neue Medienstation zu den assyrischen Reliefs
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die neue interaktive Medienstation zu den monumentalen assyrischen Reliefs des Museums. Die Reliefs befinden sich als Dauerleihgabe des Wittelsbacher Ausgleichsfonds im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst. Unter dem Leitgedanken „Die Antike war bunt“ macht die Medienstation sichtbar, was an den Originalen heute kaum noch zu erkennen ist: ihre einstige farbige Gestaltung.
Direkt vor den Reliefs können Besucherinnen und Besucher digitale Rekonstruktionen erkunden, erhalten Einblicke in Bedeutung und Herkunft der Reliefs und erleben, wie Forschung zu wissenschaftlich fundierten Rekonstruktionen führt. Die Medienstation verbindet aktuelle Forschung mit anschaulicher Vermittlung und eröffnet neue Perspektiven auf die ursprüngliche Wirkung der antiken Monumente.
Digitalisierung als langfristige Museumsstrategie
Neben diesen beiden Projekten entstanden im Rahmen der kultur.digital.strategie weitere digitale Anwendungen und wissenschaftliche Rekonstruktionen, die künftig in Forschung, Vermittlung und Museumsbetrieb eingesetzt werden.
Mit dem Abschluss des Förderprogramms verfügt das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst über eine gestärkte digitale Infrastruktur. Die entwickelten Standards, Datenstrukturen und Vermittlungsangebote bilden die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der digitalen Museumsarbeit.
„Digitale Technologien ersetzen nicht das Original – sie helfen uns, dessen wissenschaftlichen Wert besser zu erschließen, seine Geschichte verständlicher zu vermitteln und unsere Sammlungen dauerhaft für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, so Schlüter. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, unser kulturelles Erbe auch künftig zeitgemäß und nachhaltig zu bewahren.“
Über das Förderprogramm kultur.digital.strategie
Mit dem Förderprogramm kultur.digital.strategie unterstützt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst staatliche Museen, Bibliotheken, Archive und weitere Kultureinrichtungen dabei, digitale Strategien dauerhaft in ihren Arbeitsprozessen zu verankern.
Aufbauend auf den Erfahrungen des Vorgängerprogramms kultur.digital.vermittlung werden digitale Projekte professionalisiert, nachhaltige Strukturen geschaffen und analoge sowie digitale Angebote zukunftsorientiert miteinander verknüpft.
40.000 Besucherinnen und Besucher bei „Kindheit am Nil“
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst schließt vielbeachtete Sonderausstellung mit großem Erfolg
22. Juni 2026 – Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst zieht eine ausgesprochen positive Bilanz der Sonderausstellung „Kindheit am Nil. Aufwachsen im Alten Ägypten“, die am Sonntag, 21. Juni 2026 ihren letzten Öffnungstag hatte. Seit der Eröffnung Ende Oktober 2025 besuchten mehr als 40.000 Gäste aller Altersklassen die Schau, die von rund 450 Führungen, Workshops, Vorträgen und weiteren Sonderveranstaltungen begleitet wurde. Es war das erste Mal, dass eine Museumsausstellung das Leben und Aufwachsen von Kindern im Alten Ägypten beleuchtete. Museumsdirektor Dr. Arnulf Schlüter: „Der Besucherandrang hat uns begeistert. Es gab Tage, an denen wir sogar den Zutritt zur Ausstellung limitieren mussten. Das Thema hat einen Nerv getroffen.“
© SMÄK, Foto: R. HessingInternationale Resonanz von Publikum, Medien und Fachwelt
Die Ausstellung stieß auch weit über München hinaus auf hervorragende Resonanz beim Publikum, in den Medien und der Fachwelt. Vertreterinnen und Vertreter renommierter Kulturinstitutionen aus Europa und Amerika reisten eigens nach München, um „Kindheit am Nil“ in Augenschein zu nehmen. Zahlreiche hochkarätige Medien würdigten die Ausstellung mit ihrer Berichterstattung, darunter Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Welt und Der Spiegel.
Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Ein Anliegen bei der Konzeption von „Kindheit am Nil“ war der Museumsleitung auch die Umsetzung von Prinzipien ökologischer Nachhaltigkeit. Die Ausstellungsarchitektur wurde großenteils aus einschlägig zertifiziertem oder recyceltem Baumaterial hergestellt sowie auf einfache Materialtrennbarkeit und maximale Wiederverwendbarkeit hin konzipiert. Zirkuläres Denken prägte die gesamte Planung. Objekte wurden nur aus Europa geliehen und unter Berücksichtigung von Pooling-Möglichkeiten auf dem Landweg transportiert.
Förderung durch die Volkswagen Belegschaftsstiftung
Ermöglicht wurde die Ausstellung auch durch die großzügige Unterstützung der Volkswagen Belegschaftsstiftung, der das Museum herzlich dankt. Weitere Sponsoren und Unterstützer waren: playmobil, GEOlino sowie der Freundeskreis des Ägyptischen Museums München e.V.
Pressefotos: https://my.hidrive.com/share/6oa1r6ls38
Credit: SMÄK/Roy Hessing
Onlineinformationen zur Ausstellung
Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, der weiterhinfür 35 € im Museumsshop erhältlich ist
Die Ausstellung
„Kindheit am Nil“ zeigte in neun Themenbereichen, was über das Leben von Kindern im Pharaonenreich bekannt ist: Alltag, Schule, Freizeit, Jenseits, Religion und Magie sowie Kindheitsdarstellungen in Kunst und Literatur. Erstmals präsentiert wurden eigens restaurierte Bestände des SMÄK, darunter Kinderschuhe aus Leder, ein Kindersarg und die Stuckhülle einer Kindermumie. Interaktive Elemente machten die Ausstellung zu einem Erlebnis für alle Generationen: von Duftstationen über das Anprobieren von einer Kindertunika bis zum Probeliegen auf einer altägyptischen Kopfstütze.
Jahresbilanz und Vorschau
Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (SMÄK) blickt auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit 148.876 Besucherinnen und Besuchern erreichte das Museum erneut nahezu die Marke von 150.000 und verzeichnete damit – nach dem Rekordjahr 2024 – abermals das besucherstärkste Jahr seiner Geschichte. Der anhaltend hohe Publikumszuspruch bestätigt den Kurs des Hauses als lebendiger Kulturort mit einem breit gefächerten Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot.
© SMÄK, Foto: Philipp Nemenz
© Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, Foto: P. NemenzKontakt für Presseanfragen
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Kulturmarketing München
Dr. Carsten Gerhard
cg@kulturmarketing-gerhard.de
089/244 11 64 80
www.kulturmarketing-gerhard.de
Nutzungsrechte
Die Nutzung der Bilder, die hier zum Download bereit stehen, ist grundsätzlich nur erlaubt zu Zwecken aktueller Berichterstattung über das Museum in Publikums- oder Fachmedien unter Angabe der jeweiligen Fotocredits.
Sämtliche andere Nutzungsarten sind kostenpflichtig und bedürfen der vorherigen Zustimmung des Museums.
© SMÄK
© SMÄK, Foto: Claus Rammel
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