04.03.2014

Projekt: Naga

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München hatte am 31.5.2013 die Trägerschaft des Forschungs- und Grabungsprojekts Naga im Norden des Sudan übernommen

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München hatte am 31.5.2013 die Trägerschaft des Forschungs- und Grabungsprojekts Naga im Norden des Sudan übernommen, die bislang in Händen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz lag. 
Das ausgedehnte Ruinengelände von Naga, einer Königsstadt des Reiches von Meroë (300 v. Chr. – 350 n. Chr.), ist seit 2011 Weltkulturerbe und bietet in seinem seit der Antike ungestörten Bestand sehr reiche Funde und Befunde an Tempelarchitektur, Skulptur, Relief und Malerei. In der Verbindung von afrikanischen, ägyptischen, und hellenistisch-römischen Elementen artikuliert sich in Naga die meroitische Kultur als Brücke zwischen Ostafrika und der Welt des Vorderen Orients und des Mittelmeers. Die zeitliche und örtliche Kohärenz der Funde wirft ein neues Licht auf die Vielschichtigkeit dieser Kultur. Naga markiert das südliche Tor auf dem Weg von Afrika in die antike Welt, die durch die Grabungen im Sudan eine nicht unwesentliche Horizonterweiterung erfahren hat. 
Auf dem Arbeitsprogramm des Münchner Sudan-Projekts stehen zunächst

  • die Publikation der Tempelgrabungen 1995-2010,
  • die Restaurierung der Tempelarchitektur
  • die Errichtung eines Site-Museums
  • Grabungen in den großen Nekropolen

Das Museum, ein Entwurf des englischen Architekten Sir David Chipperfield, der damit sein erstes Projekt in Afrika realisiert, wird die lokalen Funde präsentieren, vor allem zahlreiche Statuen und rund 1600 reliefierte Blöcke aus einem verschütteten Tempel. Das Museum wird finanziert vom Qatar Sudan Archaeological Project. Die Ausschreibung der Bauarbeiten ist bereits erfolgt.

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst knüpft mit dem Naga-Projekt an seine Feldforschung in Ägypten (prähistorischer Friedhof in Minshat Abu Omar/ Ostdelta 1977-1988) an und unterstreicht seine Sudan-Kompetenz, die sich im Saal „Nubien und Sudan“ des neu eröffneten Museums im Münchner Kunstareal  ausdrückt.

Seit dem 1. März findet vor Ort eine Restaurierungskampagne an den Ziegelmauern des Amun-Tempels unter der Leitung von Karla Kröper statt. Diese Arbeiten werden vom Auswärtigen Amt finanziert.