04.12.2025

Kindertunika

Kindertunika aus leinen mit Stickereien© Archäologische Staatssammlung München, Foto: M. Eberlein

Die Tunika gehörte einst einem etwa 4–5-jährigen Kind. Das Kleidungsstück ist aus Leinenstoff mit seltener purpurfarbener Wollstickerei gefertigt. Die Kindertunika weist Trage- und Abnutzungsspuren auf, sie war somit Alltagskleidung und nicht nur für das Jenseits mitgegeben worden.
Durch die Lagerung im Grab hat das Gewand zusätzliche Verfärbungen und Flecken davongetragen.
Die gestickten Ziermuster im Hals- und Brustbereich auf der Vorder- und Rückseite stellen schmale Clavi, stilisierte Efeublätter, Rebenzweige, Weintrauben und einen zentralen Granatapfel dar.
Auf Höhe des Bauches finden sich fünf sekundär aufgenähte Besatzteile, die jeweils einen entenähnlichen Vogel darstellen.
Weitere Applikationen wurden an den Schultern und auf der Rückseite angebracht. Ergänzende Stickereien finden sich an den Ärmeln und im unteren Bereich.
Die Tunika war für Kinder und Erwachsene das klassische Kleidungsstück seit dem Neuen Reich und bis in die Spätantike. Zahlreiche Tuniken für Kinder haben sich aus den verschiedenen Epochen erhalten, besonders aus dem ersten Jahrtausend nach Christus.

49 x 32 cm
Leinen, Wolle
Spätantike, Mitte 4.–Frühe 5. Jh. n. Chr.
ASS 1985,716 (Archäologische Staatssammlung, München)

Vom 28.10.2025 bis 21.6.2026 zu sehen in der Sonderausstellung „Kindheit am Nil – Aufwachsen im Alten Ägypten“