14.07.2026
Harvard-Grant für das Radjedef-Projekt
Wir freuen uns über die großzügige Förderung durch „The Shelby White and Leon Levy Program for Archaeological Publications“ und danken für die Unterstützung!
Veröffentlichung des Totentempels und seines architektonischen, archäologischen und statuarischen Kontexts
Im Jahr 1900 begann Émile Chassinat im Auftrag des Institut français d’archéologie orientale (IFAO) mit Ausgrabungen am Pyramidenkomplex von König Radjedef (Altes Reich, 4. Dynastie, ca. 2560 v. Chr.) in Abu Rawash (30,0323° N, 31,0747° O). Seine Arbeit konzentrierte sich in erster Linie auf den östlich der Pyramide gelegenen Grabtempel, einen der frühesten monumentalen Tempel des Alten Reiches. Trotz seiner Bedeutung für das Verständnis der frühen königlichen Kultarchitektur wurde dieser Tempel nie vollständig veröffentlicht.
© Archives É. Chassinat
© Archives É. ChassinatBei der Freilegung des Tempelareals entdeckte Chassinat eine große, bootförmige Grube, die zahlreiche Fragmente königlicher Quarzitstatuen enthielt. Diese bemerkenswerten Funde wurden damals nur knapp dokumentiert und isoliert veröffentlicht, ohne eine umfassende architektonische oder kontextuelle Untersuchung des Tempels selbst. Infolgedessen ist der Zusammenhang zwischen dem Grundriss des Tempels, seiner kultischen Funktion und seinem Statuenprogramm nach wie vor unzureichend verstanden.
Das vorliegende Projekt zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem es eine vollständige wissenschaftliche Publikation über Radjedefs Grabtempel erstellt, die architektonische Überreste, Stratigraphie, Ausgrabungsgeschichte und zugehörige Funde integriert. Die innerhalb des Tempelbezirks ausgegrabenen Statuen werden als Teil des ursprünglichen dekorativen und rituellen Apparats des Tempels untersucht und nicht als isolierter Korpus veröffentlicht.
© SMÄK
© SMÄKDie Ergebnisse werden in einer Monografie mit dem Titel „Abu Rawash II. Der Grabtempel und die Statuen von Radjedef“ in der Reihe „Fouilles de l’Institut français d’archéologie orientale“ (FIFAO) veröffentlicht. Das Publikationsprojekt wird von Dr. Yann Tristant (KU Leuven) und Dr. Mélanie Flossman (SMÄK) geleitet.