02.11.2026

Grabkegel des Nacht und der Taui

Ein Kegel aus rötlichem Ton, die flache Stirnseite trägt eine Hieroglypheninschrift© SMÄK, Foto: M. Franke

Grabkegel (häufig auch als Friesziegel bezeichnet) sind spezifische architektonische Dekorationselemente, die fast ausschließlich in der thebanischen Nekropole Verwendung fanden. Sie sind aus Ton hergestellt und hatten ursprünglich eine durchschnittliche Länge von 25–35 cm. Das flache, runde Ende stellte die Schauseite der Objekte dar, die nach dem Einlassen in den oberen Bereich der Grabfassade sichtbar war. Diese Schauseite war ab dem Neuen Reich vor allem mit Namen und Titeln des Grabbesitzers versehen, die vor dem Brennen des Tons mit einem Stempel auf die Grabkegel aufgebracht wurden.

Eine Grabanlage besaß eine Vielzahl solcher Grabkegel, die einen bestimmten oder auch unterschiedliche Stempelabdrücke besitzen konnten.
Bei ÄS 79 (Davies/Macadam 157) handelt es sich um einen Grabkegel des Nacht. Der Stempelabdruck auf der Schauseite ist durch zwei Trennlinien in drei Spalten unterteilt. Eine Umrahmung umgibt die Inschrift, welche von links nach rechts zu lesen ist. Der Stempelabdruck ist rechteckig mit abgerundeten Ecken.
Der Stempelabdruck befindet sich auf der Schauseite mittig, leicht nach unten versetzt. Der Wulst an der oberen Seite des Grabkegels ist stark ausgeprägt. An der unteren Seite weist die Umrandung die gleiche Höhe wie der vertiefte Abdruck auf. An der Schaufront gibt es rotbraune Färbung, am Stempelabdruck beige Ablagerungen. Der Text hebt sich rotbraun vom hellen Abdruck ab, die erhabenen Hieroglyphen sind gut lesbar.

Ein Rund aus Ton mit einem Wulst herum, in der Mitte eine dreispaltige Inschrift in erhabenen Hieroglyphen.© SMÄK, Foto: R. Hessing

Ein Kegel aus rötlichem Ton, die Spitze ist abgebrochen.© SMÄL, Foto: R. Hessing

Die Körperoberfläche ist uneben, unregelmäßig geformt. Der kegelförmige Körper ist am hinteren Ende gebrochen und weist an der Oberfläche mehrere Vertiefungen auf. Am Bruch ist ein Farbverlauf von rotbraun am äußeren Rand bis hin zu dunkelbraun in der Mitte zu erkennen. Die Farbe der Kegelwand ist rotbraun.
Der Besitzer des Grabkegels, Nacht, und seine ebenfalls genannte Frau Taui können dem thebanischen Grab TT 52 zugeordnet werden. In dem Grab konnten drei Grabkegel mit diesem Stempelabdruck (Davies/Macadam 157) gefunden werden.

Ein Eckziegel, ohne Inventarnummer, mit diesem Abdruck befindet sich im Ägyptischen Museum Kairo. Weitere Grabkegel, ohne bekannte Provenienz, dieser Art können unter anderem im British Museum (AE 65669), im Museum Gustavianum (VM 2084, VM B429) und im Metropolitan Museum of Art (Objektnr. 30.6.85) gefunden werden.

Nacht trägt den Titel Stundenbeobachter des Amun. Stundenbeobachter waren zur Zeit des Thutmosis IV. Astronomen oder Tempelbeamte, welche stündliche Tempelrituale im Tempel des Amun durchführten. Seine Frau Taui war Sängerin im Tempel des Amun.
(Sarah Hayd)

Grabkegel des Nacht und der Taui
Nilton
Höhe x Durchmesser: 11,8 x 6,5 cm
um 1400–1390 v. Chr., Thutmosis IV., 18. Dynastie, Neues Reich, Ägypten

Ausgestellt im Raum „Fünf Jahrtausende“

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