Ägypten: Geschichte und Modernität

Fotografien von Alfred Seiland

27.10.2026–04.04.2027

Feuerwerk über den nächtlichen Pyramiden© Alfred Seiland

Wie begegnen sich mehr als 5.000 Jahre Geschichte und die Gegenwart eines modernen Landes? Welche Rolle spielen antike Orte und Monumente im Alltag einer Gesellschaft, die sich stetig verändert?

Mit „Ägypten: Geschichte und Modernität“ präsentiert das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ein neues Projekt des österreichischen Fotografen Alfred Seiland, das eigens für diese Ausstellung entstanden ist. Rund 100 Fotografien aus unterschiedlichen Teilen Ägyptens eröffnen einen ungewöhnlichen Blick auf ein Land, dessen Vergangenheit bis heute den öffentlichen Raum und das Leben seiner Menschen prägt.

Alfred Seiland (*1952) ist ein international anerkannter Fotograf. Nach seiner Tätigkeit für das Frankfurter Allgemeine Magazin sowie zahlreichen internationalen Publikationen lehrte er von 1997 bis 2019 als Professor für Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem mit seinem Langzeitprojekt „Imperium Romanum“, das seit 2006 die Hinterlassenschaften des Römischen Reiches in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten dokumentiert. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Museen und internationalen Ausstellungen präsentiert und in mehreren Monografien veröffentlicht.

Für das Münchner Ausstellungsprojekt unternahm Seiland 2025 und 2026 mehrere Fotoreisen durch Ägypten. Entstanden ist ein fotografisches Porträt des Landes zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Aufnahmen führen von den berühmten Monumenten entlang des Nils bis in Städte, Dörfer, Oasen und Küstenregionen. Sie zeigen historische Stätten nicht als isolierte Sehenswürdigkeiten, sondern als Orte, an denen Geschichte, modernes Leben und gesellschaftlicher Wandel unmittelbar aufeinandertreffen.

Der Fotograf Alfred Seiland© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69873179

Seiland interessiert sich weniger für das einzelne Monument als für dessen heutigen Kontext. Seine Fotografien erzählen davon, wie Menschen mit ihrem kulturellen Erbe leben, wie sich der Umgang mit Geschichte im modernen Alltag äußert und wie sich historische Orte verändert haben. Dabei entstehen Bilder von großer Präzision und erzählerischer Dichte, die dokumentarische Genauigkeit mit einer unverwechselbaren fotografischen Bildsprache verbinden.

Die Ausstellung knüpft konzeptionell an Seilands international vielfach gezeigtes Projekt „Imperium Romanum“ an und entwickelt dessen Fragestellungen erstmals konsequent für Ägypten weiter. Sie lädt dazu ein, bekannte Orte neu zu sehen und über den Umgang mit kulturellem Erbe, Erinnerung und gesellschaftlichem Wandel nachzudenken.

Die Präsentation im SMÄK umfasst rund 100 Fotografien, darunter etwa 20 Großformate. Alle Arbeiten werden mit deutschen und englischen Texten vorgestellt. Ein Begleitprogramm eröffnet unterschiedliche Zugänge zu den Themen der Ausstellung. Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert und soll nach ihrer Premiere in München auch an weiteren Museen gezeigt werden.