Kunst-Handwerk
Ägypten (er)fassen
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„KUNST-HANDWERK“
Die Faszination Altägyptens geht nicht nur von den Kolossalstatuen und der Monumentalarchitektur aus. Sie liegt auch in der perfekten Beherrschung der „kleinen Form“ in nahezu allen Materialien begründet, die schon in vorgeschichtlicher Zeit, im 4. Jtsd v. Chr., beginnt. Der Titel des Raumes verweist auf seine beiden Inhalte: Einerseits werden Kostbarkeiten aus 5 Jahrtausenden Kleinkunst gezeigt, andererseits ihre handwerkliche Entstehung aufgezeigt, geordnet nach den verschiedenen Materialgruppen.
360° PANORAMA
360° PANORAMA
„ÄGYPTEN (ER)FASSEN“
Anfassen erlaubt! heißt es für alle Besucher und alle Objekte in diesem Raum – Kopien, Repliken und Gesteinsproben. Die klaren Formen der ägyptischen Rundplastik mit ihrem Gerüst aus Basisplatte und Rückenpfeiler machen sie besonders geeignet für Sehbehinderte, die Struktur des formalen Aufbaus der verschieden Statuentypen und ihrer ikonographischen Details durch Ertasten zu begreifen.
ANFASSEN ERLAUBT!
Die Steinproben auf einem großen Tisch in der Mitte des Raumes sind auf einer Seite glatt geschliffen, so dass man den Unterschied zwischen dem roh belassenen Gestein und der polierten Oberfläche erfühlen kann. Davon machen auch die kleinen Besucher lebhaft Gebrauch. Im nebenliegenden Raum „Kunst-Handwerk“ kann man sich dann Originalobjekte zu all den hier gezeigten Gesteinen anschauen.
ENTSTEHUNG STATUEN
Das Werkverfahren ägyptischer Bildhauer und damit die Entstehung einer Statue kann vom quaderförmigen Steinblock über die grob behauene Form bis zur ausgearbeiteten Figur nachvollzogen werden; zahlreiche unvollendete Stücke erlauben die Rekonstruktion dieses Verfahrens. Diese Serie wurde aus Kalkstein vom Steinmetz in der Restaurierungswerkstatt Pfanner, die auch für die Betreuung der Steinrestaurierungen der Museumsprojekte verantwortlich zeichnet, geschaffen.
FREUNDESKREIS
Der Freundeskreis (gegründet 1976) unterstützt das Museum bei vielen Vorhaben und fördert zahlreiche Projekte im Bereich Museumspädagogik und Inklusion, Publikationen und Veranstaltungen, Erwerbungen und Ausstellungen. Der Raum „Ägypten (er)fassen“ wurde zum größten Teil vom Freundeskreis finanziert. Die Mitglieder erhalten freien Eintritt ins Museum und zu zahlreichen Veranstaltungen sowie viermal im Jahr die hauseigene Zeitschrift „MAAT“.
BARRIEREFREIHEIT
Die Barrierefreiheit hat schon bei der Planung des Gebäudes eine wichtige Rolle gespielt: Ein rollstuhlgerechter Zugang zum Gebäude und zur Dauerausstellung oder die Unterfahrbarkeit von Medienstationen und Pultvitrinen sind eine Selbstverständlichkeit. Das Angebot inklusiver Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen ist vielfältig und wird beständig ausgebaut: Barrierefreiheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der letztendlich allen Besuchern zu Gute kommt.
OCHSENMUMIE
Eine Präsentation in einem kleinen Seitenraum zeigt das komplette Skelett einer Rindermumie. Sie gelangte bereits 1846 als Geschenk an die Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Herkunftsangabe „Memphis“ führte zu einer ersten Benennung als Apis-Stier, was jedoch bei der wissenschaftlichen Untersuchung in den 1980er Jahren revidiert werden musste. Ergänzend informiert die Dokumentation über das Serapeum und die dort bestatteten heiligen Stiere.
ALLTAGSLEBEN
Dank raffinierter Technik lassen sich über die Medienstation auf drei großen Bildschirmen vielfältige Informationen zu den Themen „Herkunft“, „Verwendung“ und „Verarbeitung“ der verschiedenen Materialien aus allen Bereichen der altägyptische Kultur aufrufen. Dies erfolgt interaktiv entsprechend der Gliederung der Präsentation der Originale in den umgebenden Vitrinen, geordnet nach den Materialgruppen Ton, Fayence, Stein, Metall, Holz und andere organische Materialien.
EDELMETALL
Aus der Beständigkeit des Goldes folgte der Glaube, der Leib der Götter bestehe aus diesem Material. Um auch dem Menschen, vor allem dem König, Unvergänglichkeit für die Ewigkeit zu garantieren, wurden Särge und andere Grabbeigaben aus Gold gefertigt oder vergoldet. Da Silber aus Vorderasien und der Ägäis importiert werden musste, war es im Alten Reich zunächst wertvoller als Gold. Später wandelte sich das Wertverhältnis zugunsten des Goldes und lag im Neuen Reich bei 2:1, in der Ptolemäerzeit dann bei 10:1.
HOLZ
In pharaonischer Zeit war Ägypten ein holzarmes Land, Holz wurde daher oft wiederverwendet, Statuen und Särge waren aus vielen Teilen zusammengesetzt. Gegenstände aus Holz waren ein wertvoller Besitz und einer kleinen Oberschicht vorbehalten. Die Bäume wuchsen meist in Gärten: Sykomoren, Tamarisken, Akazien und Palmen. Zusätzlich wurde Holz in großer Menge importiert wie Zedern aus dem Libanon oder Ebenholz aus dem Inneren Afrikas. Den größten Bedarf an Holz hatte der Schiffsbau. Im Bau wurde Holz für bestimmte Teile wie Säulen und Architrave oder Schreine und Baldachine verwendet.
PRÄSENTATION
Im Gegensatz zu den einzelnen hochkarätigen Objekten außen setzt die Ausstellung im Inneren der Blockwände bewusst auf Masse: Rund 700 Objekte in großen, offenen Vitrineneinheiten, geordnet nach den Materialgruppen Ton und Fayence, Stein und Metall sowie organische Materialien wie Holz und Papyrus, veranschaulichen die Vielfalt der einzelnen Materialien. Diverse Objektgruppen zeigen deren jeweilige Verwendung, und anhand unfertiger Stücke und Werkzeugen wird ihre Entstehung aufgezeigt.
WANDDEKORATION
Drei Vitrinen an der Schmalseite des Raumes zeigen Beispiele für Wanddekorationen in Malerei und Fayence: Die Fliesen aus den unterirdischen Räumen des Djoser-Komplexes in Sakkara imitieren Schilfmatten in unvergänglichem Material, und die Vorzeichnungen einer Wandmalerei aus einem thebanischen Grab geben Einblicke in den Werkprozess. Dazwischen werden das Thema der Grundsteinlegung mit ihrer Abfolge verschiedener Rituale aufgegriffen und „Gründungsbeigaben“ aus allen Epochen gezeigt.
PRÄSENTATION
Ein raumhoher, nach einer Seite hin offenen Vitrinenblock präsentiert in seiner Außenfront rund 20 Highlight-Objekte aus allen Materialgruppen in separaten kleinen Guckkästchen, vergleichbar der Auslage in Juweliergeschäften. Unter den Highlights finden sich so bekannte Stücke wie der Glaskelch Thutmosis‘ III., der Goldring Ramses‘ II., die kleinen Fayence-Nilpferde des Mittleren Reiches, das Krummschwert mit Goldtauschierung und der rote Jaspis-Kopf, eine Erwerbung des Freundeskreises.