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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Nofretete - tête-à-tête.

Wie Kunst gemacht wird

07. Mai 2014 bis 07. September 2014
Ägyptisches Museum,
80333 München, Gabelsbergerstr. 35
Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ist die vierte Station einer Ausstellung, die hier nicht nur ihren Abschluß, sondern im spezifischen Ambiente des Museums an seinem neuen Standort im Kunstareal sowie in einer besonderen Präsentation auch in der Dauerausstellung ihren Höhepunkt erlebt.

Die erste Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die von einem Land der arabischen Welt auf eine internationale Tournee geht, hatte ihren Auftakt 2012 im Mathaf, Arab Museum of Modern Art in Doha/Qatar, wurde dann in einem viel beachteten Auftritt im Institut du Monde Arabe (IMA) in Paris gezeigt und war dann im Instituto Valenciano de Arte Moderno (IVAM) in Valencia zu sehen.
Die beiden Kuratoren Sam Bardaoul und Till Fellrath haben für diese Ausstellung, die in München für die Präsentation in einem Museum ägyptischer Kunst ergänzt und angepaßt wurde, etwa 100 Werke von 40 Künstlern der Moderne und der Gegenwart zusammengeführt, darunter Arbeiten von Said Mohamed Baalbaki, Alberto Giacometti, Ai Wie Wei, Hans-Peter Feldmann, Gilbert und George, Candida Höfer, Iman Issa, Emily Jacir, William Kentridge, Lee Miller, Paula Modersohn-Becker, Amedeo Modigliani, Mahmoud Moukhtar, Vik Muniz, Youssef Nabil, Thomas Struth, Kees von Dongen, Ala Younis, den Künstlergruppen Art and Liberty Group und Little Warsaw sowie Bassem Yoursri, der seine Installation von über 400 Tonfigürchen mit Interventionen quer durch die Dauerausstellung ausgeweitet hat. Dazu kommen zahlreiche historische Originaldokumente und Archivmaterial.

„Nofretete – tête-à-tête" – der Ausstellungstitel ist ein Zitat aus einem Gedicht von Roda Roda – geht der Frage nach, wie Kunstwerke durch die Art ihrer Präsentation und Interpretation ihre Bedeutung verändern und oft widersprüchliche Funktionen übernehmen. Die Nofretete-Büste steht hierfür als besonders klares Fallbeispiel, hinter dem sich der Blick auf den Wandel der Ägyptenrezeption, der Ägypten-Ausstellungen und des populären Ägyptenbildes seit dem 19. Jahrhundert öffnet.

Die Kuratoren der Ausstellungen fanden in dem innovativen Konzept und der neuartigen Präsentation des SMÄK eine perfekte Entsprechung zu ihren eigenen Vorstellungen, so daß das Thema der Ausstellung mit dieser Ausstellungssituation fortgeschrieben wird. Andererseits liegt "Nofretete – tête-à-tête" ganz auf der Linie der Konzeption, das Ägyptische Museum einzubinden in die Weltkunst von der Antike bis zur Gegenwart und in die Nachbarschaft der Museen des Kunstareals. So war es naheliegend, für die ihre Gestaltung Christian Raißle und DieWerft zu beauftragen, die auch die Dauerausstellung realisiert hatten.

Die Ausstellung selbst ist in drei Abschnitte gegliedert. Die Abteilung Künstler zeigt, wie moderne und zeitgenössische Kunst auf die Herausforderung des alten Ägypten reagiert. Arbeiten moderner und zeitgenössischer Künstler sind den altägyptischen Originalen in der Dauerausstellung direkt gegenüber gestellt. Im Mittelpunkt steht die zentrale Rolle des kreativen Akts des Künstlers.

Die zweite Abteilung Museum führt vor Augen, wie Museen und ihre Kuratoren die Wahrnehmung von Kunstbeeinflussen. In zwei Bereichen der Dauerausstellung werden die Gestaltung und Beschriftung als Faktoren der Wahrnehmung thematisiert, ebenso ihre Interpretation durch Museologen, Kuratoren und Kunsthistoriker.

Der dritte Abschnitt Publikum verdeutlicht, wie Kunstwerke – Nofretete als ein Beispiel, aber auch die Pyramiden oder altägyptische Kolossalstatuen – für kunstferne Zwecke instrumentalisiert wurden und werden, für imperialistische und nationalistische Politik oder für den Tourismus. Dieser Teil, der die ganze große Sonderausstellungshalle einnimmt, verfolgt die Transformation des Kunstwerks vom ästhetischen Subjekt im Atelier zum musealen Objekt und schließlich zum Bildzeichen von breiter öffentlicher Wirkung.

Der Katalog zur Ausstellung ist ab sofort im Museumsladen erhältlich. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm (Vorträge und Führungen, Konzert und Performance) begleitet die Ausstellung.
Dauer: bis 7. September

Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 € (inklusiv mobile guide)
Sonntags 6 € (mobile guide 1 €)
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei
In diesen Preisen ist die Sonderausstellung enthalten.

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