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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Vom kleinen Teil zum großen Ganzen

Fragen und Antworten zur Umwelt und zum Leben alter Kulturen

16. Januar 2013 bis 09. Juni 2013
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1
Von Januar bis August 2013 lassen sich Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen über die Schulter schauen. Mit bewährten Methoden und modernsten Hilfsmitteln rekonstruieren sie das Leben und den Lebensraum alter Kulturen. Jede neue Information gleicht dabei einem Puzzlestück.
 
Im Rahmen einer Sonderausstellung in den Räumen der Staatlichen Ägyptischen Sammlung München in der Residenz stellt das ArchaeoBioCenterLMU – ein Forschungsverbund bestehend aus fünf Fakultäten der Ludwig-Maximilians-Universität München und sieben außeruniversitären Einrichtungen – ab Januar 2013 Aspekte seiner Forschungsarbeit vor. Ausgangspunkt bilden dabei die bei archäologischen Ausgrabungen geborgenen Funde. Deren Analyse zielt darauf, das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Umwelt in vor- und frühgeschichtlicher Zeit zu erhellen. Dabei suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes- und Naturwissenschaften gemeinsam Antworten auf Fragen, die dazu beitragen, die kulturelle Identität einstiger Bevölkerungsgruppen zu ergründen. Gegenstände sowie Überreste von Menschen, Tieren und Pflanzen werden dabei mit bewährten und innovativen Methoden untersucht. Oftmals forschen unterschiedliche Disziplinen am selben Untersuchungsgegenstand, um ein möglichst detailliertes Bild vergangener Kulturen zu erhalten.
 
Diese Sonderausstellung lädt dazu ein, die Forschungstätigkeit am ArchaeoBioCenterLMU kennenzulernen. Konzept und Umsetzung übernahmen Doktorandinnen und Doktoranden des zentrumseigenen Promotionsprogramms. Der virtuelle Besuch eines im Mittelalter zerstörten Klosters oder die aufschlussreichen Details eines menschlichen Knochens unter dem Mikroskop sind nur zwei von vielen interessanten Beispielen, die den Besucher in der Ausstellung erwarten. Anhand ausgewählter archäologischer Kontexte und Objekte soll das Publikum Einblicke in die Arbeitsgebiete der Anthropologie, Archäobotanik, Archäologie, Archäozoologie, Geologie und Mineralogie sowie der Archäoinformatik erhalten. Jede neu gewonnene Information gleicht dabei einem von zahlreichen Puzzleteilen, mit deren Hilfe sich unser Bild vor- und frühgeschichtlicher Kulturen vervollständigen lässt. Nur das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen erlaubt es, Fragen zu Kultur, Ressourcennutzung und Landschaftswandel zu beantworten und deren Entwicklung in Raum und Zeit zu verfolgen.
 
Anthropologen lassen Knochen sprechen. Sie ermitteln Sterbealter und Geschlecht und untersuchen Krankheiten, Verwandschaft und Ernährungsweisen längst verstorbener Personen.
 
Archäozoologen untersuchen anhand von Tierresten aller Art - Knochen, Muschelschalen, Insektenreste u.v.m. - die Tierwelt und deren Nutzung in alten Kulturen.
 
Archäobotaniker bestimmen aus Mikro- (Pollen) und Makroresten (pflanzliche Großreste) die Ernährungsweisen und Trinkgewohnheiten vergangener Kulturen sowie die Landschaftsentwicklung.
 
Archäologen erforschen die Geschichte von Menschen anhand ihrer materiellen Hinterlassenschaften. Sie machen Vergangenes wieder sichtbar und stellen es in einen historischen Kontext.
 
Geologen und Mineralogen erwecken Steine zum Leben. Sie erforschen die Herkunft von Materialien und erkennen die Heimatregionen von Menschen und Tieren.
 
Informatiker verarbeiten die großen Informationsmengen und entwerfen Datenbanken und Analysemethoden, die es erst möglich machen, daraus sinnvolle Schlüsse zu ziehen.
 
 
 
 
 
Aus all diesen Puzzleteilen setzen die Forscher ein Bild mit vielen Dimensionen zusammen. Durch das Zusammenspiel der Fächer können Fragen zu Klimawandel, Landschaftsentwicklung, Biodiversität, Ressourcennutzung, Subsistenzstrategien, Kulturphänomene und deren zeitlicher Entwicklung beantwortet werden.
 
Kontakt:
Prof. Dr. Dr. habil. Joris Peters
Sprecher des ArchaeoBioCenterLMU
Kaulbachstr. 37, 80539 München
Telefon    +49 (0)89 2180-5710
Telefax    +49 (0)89 2180-6278
e-mail: archaeobiocenter@lmu.de
http://www.archaeobiocenter.uni-muenchen.de
 
 
 
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