Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Ägyptomanie en miniature

03. Februar 2011 bis 31. Juli 2011
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1

Retour d'Égypte – Zurück nach Ägypten, so wird die Stilepoche bezeichnet, die nach dem Ägyptenfeldzug Napoleons (1798-1801) und der diesem gescheiterten militärischen Unternehmen als wissenschaftlicher Ertrag verdankten Publikation der Description de l'Égypte (1809-1829) in Europa en vogue war, und dies nicht allein in Frankreich, sondern auch im übrigen Europa. Nicht nur in der Gestaltung von Hausfassaden und Brunnenanlagen wird ab 1800 à l'égyptienne, also in altägyptischer Manier, der Alte Orient zum architektonischen Bestandteil europäischer Städte, sondern ebenso in der Mode sowie in den Interieurs der fürstlichen und bürgerlichen Salons: Broschen, Armbänder und Colliers, Uhren, Lampen und Schreibzeuge, Tafelaufsätze, Teller, Tassen, Teekannen und Kaffeeservice sind unverkennbar ägyptisierend gestaltet. Das Formenrepertoire dieser Zeit beherrschen typisch altägyptische Motive wie Sphingen, geflügelte Sonnenscheiben und Skarabäen, oftmals in Kombination mit (pseudo-)hieroglyphischen Inschriften.

Die nächste, im Abstand von mehr als 100 Jahren folgende große Ägyptenrenaissance ist dann das Ergebnis der Entdeckung des Grabes des Tutanchamun im Jahr 1922. Nun werden neben Zigarettenschachteln und Kaffeedosen unter anderem auch Reklameschilder mit Szenen aus altägyptischen Gräbern, Palästen und Tempelanlagen dekoriert, also Altägypten in großem Umfang für Werbezwecke eingesetzt.

Die Kabinettausstellung »Ägyptomanie en miniature« des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München ist dem kleinen Format der Ägyptenmode des 19. und 20. Jahrhunderts gewidmet, beschränkt sich also ganz bewußt auf Beispiele aus den kunsthandwerklichen Bereichen Schmuck und Mobiliar sowie auf Gebrauchsgegenstände und Werbemittel. Diese werden jedoch nicht isoliert als Einzelphänomene gezeigt, sondern im Kontext und Umfeld der ägyptisierenden Skulpturen aus der Villa Hadriana, die als Erwerbungen des späteren Königs Ludwig I. einen Schwerpunkt des Münchener Ägyptischen Museums bilden. Denn die allererste Begeisterung für Altägypten in Europa ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern hat ihren Ursprung in der römischen Kaiserzeit.

Diese Präsentation ergänzte die Orientalismus-Ausstellung „Orientalismus in Eurpa – Von Delacroix bis Kandinsky" der Hypo-Kulturstiftung.

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