Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

Navigation überspringen und direkt zum Inhalt

Friedrich Wilhelm von Bissing

Ägyptologe - Mäzen l - Sammler

03. Februar 2010 bis 30. Mai 2010
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst München verdankt ein Viertel seiner Bestände dem Ägyptologen Friedrich Wilhelm Freiherr von Bissing (1873-1956), darunter so bedeutende Denkmäler wie die memphitische Grabwand, die Reliefs aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre, die Statue der Göttin Sachmet und die ausdrucksstarke Porträtbüste des Montemhet, dazu zahlreiche Objekte der Kleinkunst und hunderte von Keramikgefäßen aus allen Epochen.

Diese Objekte kamen teils als Schenkung in den Jahren 1902 bis 1912, teils als Ankauf zwischen 1935 und 1950 nach München. Viele von ihnen haben eine gesicherte Provenienz und sind daher von hoher wissenschaftlicher Bedeutung. Freiherr von Bissing finanzierte nicht nur seine eigenen Grabungen in Ägypten, sondern unterstützte auch zahlreiche Projekte namhafter Kollegen. Als Gegenleistung erhielt er, wie damals üblich, aus der offiziellen Fundteilung mit der ägyptischen Altertümerverwaltung einen entsprechenden Anteil an Fundstücken. Ergänzend dazu erwarb er Denkmäler aus dem Kunsthandel und trug so die größte Sammlung an Aegyptiaca zusammen, die sich jemals in Privathand befand.

Um zu veranschaulichen, wie viele der bekannten Objekte in der Dauerausstellung des Museums aus der Sammlung des Freiherrn von Bissing stammen, sind die Beschriftungsschilder mit einem entsprechendem Hinweis versehen, der das Wappen seiner Familie zeigt. Im Sonderausstellungsraum in Teil II des Museums sind darüber hinaus weitere Denkmäler der Bissingschen Sammlung von der Vorgeschichte bis zur Spätantike sowie aus Nubien ausgestellt, insgesamt rund 150 Objekte. Sie werden zum überwiegenden Teil erstmals gezeigt und sollen in der künftigen Dauerausstellung im neuen Museum ihren Platz finden. Erstmals präsentiert werden auch Teile eines Konvoluts von Kleinfunden, das erst im vergangenen Jahr aus dem Nachlass von Bissing für das Münchner Museum erworben werden konnte und letztendlich den Anstoß zu dieser Ausstellung gegeben hat. In der Vorbereitung gab es zahlreiche „Entdeckungen" in den Museumsmagazinen. Am aufregendsten ist die Zuschreibung eines zunächst unscheinbaren Granitköpfchens in die Frühzeit (ca. 2700 v. Chr.), zu dem es weltweit nur knapp zehn vergleichbare Stücke gibt.

An den Seitenanfang