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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Fest gemauert in der Erden

Grundsteinbeigaben im alten Ägypten

15. November 2007 bis 02. März 2008
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1

Aus Anlaß der Grundsteinlegung für den lang ersehnten Neubau zeigt das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst die erste Ausstellung zum Thema Grundsteinbeigaben überhaupt. In seinen Beständen gibt es eine Gruppe von Reliefs aus dem Sonnenheiligtum des Niuserre in Abu Gurob, südlich von Sakkara, die aus dem ältesten bekannten Zyklus von Darstellungen des Gründungsrituals eines altägyptischen Tempels überhaupt stammen (Altes Reich, um 2390 v. Chr.). Sie gelangten im Rahmen einer Fundteilung zu Beginn des 20. Jahrhunderts über den Münchner Ägyptologen Friedrich Wilhelm Freiherr von Bissing nach München.

Die Gründungszeremonien wurden stets vom König gemeinsam mit der Göttin Seschat, seiner göttlichen Buchhalterin, vollzogen. Gemeinsam spannen sie die Stricke zur Festlegung der Ausmaße des künftigen Tempels. Dann formt der König den ersten Ziegel aus Lehm, hackt die Erde für die Gründungsgrube auf, in die er dann den ersten Ziegel setzt und die Beigaben einlegt. Die dabei verwendeten Geräte, Modelle echter Werkzeuge, bilden den Auftakt der Ausstellung.

Als Grundsteinbeigaben wurden die verschiedensten Objekte verwendet: Gefäße aus Stein oder Ton, Werkzeuge und Waffen im Original und en miniature, Skarabäen und Amulette, Ziegel aus Lehn und Fayence, Plaketten mit dem Namen des königlichen Bauherren. Die Ausstellung präsentiert Beispiele dieser Gründungsbeigaben quer durch alle Epochen, beginnend mit einem Miniaturziegel mit dem Namen des Snofru aus der 4. Dynastie, Miniaturwerkzeugen aus den Tempeln der Hatschepsut und Thutmosis’ III. in Deir el-Bahri, Fayenceplaketten aus Amarna, der neuen Hauptstadt des Echnaton in der 18. Dynastie bis hin zu großen Fayenceziegeln aus dem Bezirk des königlichen Palastes von Ramses II. im Ostdelta.

Ein weiteres Thema der Ausstellung bilden die Architekten und Bauleiter, sind doch die berühmtesten von ihnen mit Denkmälern in München vertreten: Imhotep und Amenhotep, Sohn des Hapu (die in späteren Jahrhunderten vergöttlicht wurden), Senenmut, Bauleiter am Terrassentempel der Hatschepsut, und Bekenchons, der es in seiner weiteren Karriere bis zum Hohepriester des Amun brachte. Mit Chaemwase, vierter Sohn Ramses’ II. und Hohepriester von Memphis, ist auch der erste Denkmalschützer und Archäologe vertreten.

Neben Stücken aus eigenen Beständen zeigt die Ausstellung Gründungsbeigaben aus dem Ägyptischen Museum Berlin sowie aus Privatbesitz. Ein Großteil der rund 80 Objekte ist zuvor noch nie ausgestellt gewesen.

 

 

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