Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

Navigation überspringen und direkt zum Inhalt

Am Beginn der Zeit

Ägypten in der Vor- und Frühzeit/Ägypten 4000 v. Chr.

24. November 2000 bis 25. Februar 2001
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1

Perfekte Beherrschung des Materials Stein am Beispiel vielfältiger Gefäßtypen, das Spiel mit phantasievollen Formen im Bereich der Keramik, die Entstehung der Schrift aus praktischen Anforderungen, die Entwicklung verschiedenster Motive im Flachbild und in der Rundplastik – das 4. Jahrtausend v.Chr., die Epoche der Vorgeschichte, ist in Ägypten nicht nur ein belangloses archäologisches Vorspiel mit Feuersteingeräten und Tonscherben, sondern ein erster Höhepunkt der dann über vier Jahrtausende andauernden Kunstgeschichte im Niltal.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Entwicklung der Rundplastik am Beispiel der Menschen- und Tierdarstellung. Aus dem Ahmolean Museum in Oxford stammt die Statue des „MacGregor-Mannes", ein Schlüsselstück im Übergang von der vor- zur frühgeschichtlichen Zeit. Aus dem Ägyptischen Museum in Berlin kommen einige der besten Tierplastiken dieser Epoche, darunter der Pavian des Narmer. Zusammen mit den exzellenten Münchner Beständen, die erst jüngst um einige hochkarätige Neuzugänge erweitert werden konnten und nun erstmals vorgestellt werden, ist nun vorübergehend die weltweit eindrucksvollste Zusammenstellung von Tierfiguren aus der Zeit zwischen 3500 und 2800 v.Chr. zu sehen. In ihrer weitgehenden Abstraktion, ihrer Reduktion der Form auf das Notwendigste sind sie überraschend modern und ein gutes Beispiel für die Herausbildung des „typisch Ägyptischen", wie es charakteristisch für diese Epoche ist.

Dies gilt auch für die parallel laufende Entwicklung der Schrift von den Protohieroglyphen in Gestalt von Topfmarken bis zu den ersten Beischriften auf den ältesten Stelen. Beschriftete Ton- und Steingefäße, Jahrestäfelchen aus Elfenbein, die auch den Ursprung eines ausgeklügelten Steuersystems bilden, Siegelabrollungen, sie alle dokumentieren die Herausbildung eines höchst differenzierten Schriftsystems, eine der Grundlagen der altägyptischen Kultur.

Mit dem Thema „Schiffe" wird schließlich ein tragendes Motiv dieser Epoche herausgestellt: in der Rundplastik, in der Malerei und – hier wird die Ausstellung das einzige Mal archäologisch – mit den Planken des ältesten Bootes, das im Original überliefert ist. Die Experimentierfreude der Künstler im 4. Jahrtausend v.Chr. lässt sich sowohl an den ungewöhnlichen Formen der Keramik als auch in der schier unerschöpflichen Vielfalt der Steingefäße festmachen.

Die Ausstellungsarchitektur orientiert sich an den Lehmziegelbauten der Frühzeit, ohne sie im Einzelnen nachzubauen. Eine großflächige Rekonstruktion gibt eine Vorstellung der ältesten aus Ägypten überlieferten Wandmalerei überhaupt, aus dem dekorierten Fürstengrab in Hierakonpolis.

Insgesamt präsentier die Ausstellung rund 170 Objekte, wobei die hervorragenden Bestände des Museums Ägyptischer Kunst in München ergänzt werden um Leihgaben aus Berlin und Hannover, aus Oxford, Basel und Toronto sowie aus Privatbesitz.

An den Seitenanfang