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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Winckelmann und Ägypten

Die Wiederentdeckung der ägyptischen Kunst im 18. Jahrhundert

07. Oktober 2005 bis 05. Februar 2006
Roemer- und Pelizaeus-Museum,
31134 Hildessheim, Am Steine 1-2

Die Wiederentdeckung des alten Ägypten erfolgte seit dem 17. Jahrhundert nicht im Niltal selbst, sondern in den Kunstkammern und Kuriositätenkabinetten europäischer Fürsten, zu denen stets auch Aegyptiaca gehörten, mitgebracht von Reisenden seit der römischen Kaiserzeit. J.J. Winckelmann, der Vater der klassischen Archäologie, spielt eine wichtige und bislang unbeachtete Rolle zu Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Altägypten im 18. Jahrhundert. Er hat – ein halbes Jahrhundert vor der Entzifferung der Hieroglyphen – die Kunst des alten Ägypten aus dem Umfeld mystifizierender Emblematik gelöst und als legitimen Vorläufer der griechischen und römischen Kunst etabliert. Damit hat Winckelmann auch die Grundlagen für das Ausstellungskonzept der Münchner Glyptothek Ludwig I. entscheidend geprägt.

Die Ausstellung „Winckelmann und Ägypten. Die Wiederentdeckung der altägyptischen Kunst im 18. Jahrhundert" konzentriert sich auf Denkmäler und Kunstgattungen, die zur Wiederentdeckung der altägyptischen Kunst seit dem 17. Jahrhundert beigetragen haben. Sie sind in den fürstlichen und königlichen Kunstkammern und Kuriositätenkabinetten Europas (Dresden, Berlin) und in Privatsammlungen (Comte de Caylus, Paris) anzutreffen und haben die frühen Anschauungen von altägyptischer Kunst grundlegend geprägt. Sie bildeten schließlich die Voraussetzunge für die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kunst und Kultur Altägyptens.

Die frühen Reisenden nach Ägypten (Pococke, Norden), besonders seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, hatten mit ihren Reiseberichten und den diesen beigegebenen Stichen erste Anschauungen von Architektur und Skulptur des alten Ägypten vermittelt. Aber auch die in Rom betriebenen antiquarischen Studien und Bemühungen, Architekturformen wie die Obelisken, sowie die Mumien zu untersuchen und die Hieroglyphen zu entschlüsseln, haben dazu beigetragen, dass im 18. Jahrhundert eine erste wissenschaftliche Beschäftigung mit der Kunst und Kultur Altägyptens entstand. Hinzu kamen die Neufunde altägyptischer Plastik und ägyptisierender Plastik aus der Römerzeit (Villa Hadriana, Tivoli), die das Interesse an altägyptischer Kunst verstärkt angeregt haben.

Mit J.J. Winckelmann (1717-1768) standen Chronologie und Stil der Kunst im Mittelpunkt seiner kunstgeschichtlichen Betrachtungen, und er begründete damit eine neue Methode des Kunstverstehens, die bis in das 21. Jahrhundert führt. Die Frage der historischen und kunstgeschichtlichen Bewertung altägyptischer Kunst rückte damit in den Diskurs in Europa, etwa bei dem französischen Gelehrten Comte de Caylus oder bei Piranesi, und damit auch die Frage nach der Rangordnung der antiken Kulturen. Die wissenschaftliche Beschäftigung und die ersten Ansätze einer Periodisierung der altägyptischen Kunst hat schließlich zu ersten Ausstellungskonzeptionen für ägyptische Kunstwerke geführt, die am Beispiel des frühklassizistischen bzw. „archäologischen" Pantheons in Wörlitz sowie der Münchner Glyptothek demonstriert werden kann.

Die Ausstellung führt die von J. J. Winckelmann in seiner „Geschichte der Kunst des Althertums" beschriebenen ägyptischen Stücke – Statuen, Objekte der Kleinkunst und Gemmen – aus Paris und Rom (Villa Albani, heute München) , Dresden und Berlin, erstmals im Original zusammen, ergänzt um zeitgenössische Publikationen und Illustrationen.

Eine ausführliche Audio-Führung ermöglicht den Besuchern, die Kommentare und Erläuterungen Winckelmanns zu den jeweiligen Objekten vor dem Original zu hören.Das Konzept der Ausstellung entstand gemeinsam mit dem Winckelmann-Museum in Stendal.

Zu dieser Ausstellung entstand eine multimediale Produktion:

Winckelmann und Ägypten

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