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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Ägypten nach den Pharaonen

Spätantike und frühes Christentum am Nil

07. Dezember 2007 bis 30. Juni 2008
Ägyptisches Museum in der Residenz,
80539 München, Hofgartenstraße 1

Mit der Niederlage von Kleopatra und Marc Anton gegen Octavian, den späteren Augustus, in der Seeschlacht von Actium im Jahr 31 v. Chr. war die politische Unabhängigkeit Ägyptens beendet – es wurde römische Provinz. Ungebrochen blieb jedoch die Faszination der dreitausend Jahre alten Kultur am Nil, ihres Götter- und Jenseitsglaubens.

So ließen sich die Angehörigen der römischen Besatzungsmacht nach dem Tode mumifizieren und die Mumien mit zweidimensionalen, auf Holz gemalten Porträts ausstatten. Die Kulte altägyptischer Götter, allen voran Isis mit ihrem Kultpartner Serapis, beginnen ihren Siegeszug nach Europa – für die Ausstattung ihrer Heiligtümer werden Obelisken, Statuen und Reliefs aus ägyptischen Tempeln bis in die entlegendsten Orte des römischen Imperiums verbracht. Als der Nachschub ausbleibt, beginnt in Rom die Produktion ägyptisierender Kunstwerke.

In Ägypten selbst hat in der Zwischenzeit, beginnend bereits im 1. Jahrhundert, die neue Religion des Christentums Fuß gefasst. Zur sich allmählich entwickelnden frühchristlichen Kunst steuert Altägypten ganz wesentliche Motive bei, am wichtigsten sind das Bild der stillenden Muttergottes, das den Typ der Gottesmutter Isis mit dem Horus-Knaben aufgreift und das Anch-(Lebens-)Zeichen, das sich zum christlichen Kreuz wandelt.

Die Ausstellung ergänzt die kleine, aber umfassende Abteilung „Spätantike und frühes Christentum“ des Ägyptischen Museums mit ihren Statuen und Reliefs, gewebten Tuniken, Elfenbeinen und Tongefäßen, ihren Mumienmasken und –porträts um zahlreiche Neuerwerbungen der vergangenen Jahre, die größtenteils hier erstmalig präsentiert werden: buntgewebte koptische Stoffe, Reliefs und Statuetten von Göttern, Bronzegefäße und Keramiken, ein spätantiker Liebeszauber und erotische Figuren.

Damit rückt eine Epoche in den Vordergrund, die ansonsten meist im Schatten des pharaonischen Ägypten steht, obwohl sie eine der Grundlagen unserer eigenen, christlich geprägten Kultur bildet.

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