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Museum Ägyptischer Kunst München Ausstellungen Ausstellung (Archiv)

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Archäologie der Zukunft - Games und Kunst

22. April 2015 bis 02. August 2015
Ägyptisches Museum,
80333 München, Gabelsbergerstr. 35
Bis 2. August verlängert!

Im Rahmen des Festivals „KÜNSTLER MACHEN KINO – Filmpremieren, Ausstellungen und Videogames“ wird im Ägyptischen Museum die Ausstellung „Archäologie der Zukunft – Games und Kunst“ mit einer Reihe von künstlerischen Video-Spielen gezeigt.

Während in den USA Games bereits Eingang in die ersten Museen gefunden haben, ist die künstlerische Bewertung von Videospielen in Europa bis auf vereinzelte Institutionen wie das ZKM in Karlsruhe noch weitgehend ein Tabu – hier betritt die Ausstellung also Neuland.

Gestern und morgen, Archäologie und zeitgenössische Kunst, Hochkultur und Unterhaltungsmedium – in der neuen Sonderausstellung des Ägyptischen Museums „Archäologie der Zukunft. Kunst und Games“ prallen Welten aufeinander, die weit voneinander entfernt scheinen und doch sehr viel miteinander zu tun haben.

In einem Museum, das sich immer wieder gezielt um die Anbindung Jahrtausende alter Kunst an die Gegenwart bemüht, werden Videospiele präsentiert, die den Dialog von Gegenwartskunst und Unterhaltungsindustrie illustrieren. Die Besucher sind eingeladen, an Spielkonsolen in virtuelle Welten abzutauchen und sich an einer Archäologie der Zukunft zu versuchen, die mit neuesten Erzählweisen und Technologien uralte Themen behandelt.

Vorgestellt werden Games von prominenten bildenden Künstlern wie dem amerikanischen Pionier heutiger Videokunst Bill Viola, der sich in Zusammenarbeit mit dem USC Game Innovation Lab dem Weg zur Erleuchtung widmet, oder dem Franzosen Thierry Fournier, der den interaktiven Umgang mit einem Kinofilm anbietet. Die deutsche Künstlerin Lea Schönfelder lädt zusammen mit Peter Lu zu einer witzigen feministischen Reise in die Klischees zeitgenössischer Weiblichkeit ein. Andere Spiele kommen von avantgardistischen Entwickler-Studios wie The Chinese Room oder Playdead, die anstelle klassischer Spielziele wie einem möglichst hohem Punktestand auf künstlerisch-gestalterische Aspekte und innovative Erzählformen fokussieren. Und selbst ein preisgekrönter Klassiker wie „Journey“ von Sony, eine suchende Reise durch versteckte Wüstenlandschaften, gewinnt inmitten der archäologischen Schätze des Ägyptischen Museums noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Kooperation von KINO DER KUNST und SMÄK

Die Ausstellung ist eine Initiative des Künstlerfilmfestivals KINO DER KUNST und findet in enger Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst statt. Kuratiert wurde sie von Heinz Peter Schwerfel und Franziska Stöhr.

Bis heute ist das Kino überwiegend von linearen Erzählstrukturen geprägt, die auf einen zentralen Protagonisten konzentriert bleiben – ein Erbe der Literatur des 19. Jahrhunderts. Dieser formale Konservatismus wird zunehmend von zwei künstlerischen Formen aufgebrochen: Auf der einen Seite narrative Multi-Kanal-Installationen von bildenden Künstlern, wie sie in der parallel in der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst laufenden Ausstellung „Creating Realities. Begegnungen zwischen Kunst und Kino“ gezeigt werden. Und auf der anderen Videospiele, die via Xbox, Playstation, Wii oder PC vor allem einer jungen Generation zunehmend Kino und Fernsehen ersetzen und mit der Ausstellung „Archäologie der Zukunft. Kunst und Games“ beleuchtet werden sollen.

Aus der ersten Presseinformation von „Kino der Kunst“:

Musical im Leichenschauhaus, Porno im Museum und virtuelle Reise in die Zukunft im Ägyptischen Museum – Avantgarde gegen Hochkultur, Underground gegen Massenmedien, Künstlerfilm gegen Hollywood. Die zweite Ausgabe von KINO DER KUNST vom 22. bis 26. April verspricht, eingefahrene Kategorien von Kunst und Kino gründlich durcheinander zu wirbeln. Unter dem Leitmotiv neuester filmischer Erzählformen werden aktuelle Filme von Phil Collins, Pierre Huyghe oder Shirin Neshat gezeigt, dazu Weltpremieren von Jochen Kuhn, Bjørn Melhus, Saskia Olde Wolbers, rare Installationen von Sam Taylor-Wood und Jesper Just bis Ed Atkins, Ryan Trecartin und Camille Henrot verlängern die Erzähl-Kunst in den musealen Raum.

Dazu kommen die Deutschland-Premiere der letzten Installation des im vergangenen Jahr verstorbenen Harun Farocki, "Parallele I-IV", aber auch „Be the First of Your Friends“, eine Solopräsentation des gerade mal 36jährigen Medienpioniers Cory Arcangel, Gewinner des diesjährigen Preises für das filmische Gesamtwerk. Die Ausstellung „Archäologie der Zukunft" mit Videospielen von Bill Viola bis Playdead Studios oder The Chinese Room sowie Galerienausstellungen vom amerikanischen Altmeister Larry Clark bis zur jungen Moskauer Szene ergänzen das Programm.

Im mit 25.000 Euro dotierten Internationalen Wettbewerb sichtet eine prominente Jury von Künstlern und Kuratoren, u. a. Hans Ulrich Obrist aus London, Yang Fudong aus Shanghai und die Münchner Sammlerin Ingvild Goetz, rund 50 Filme aus 14 Ländern. Vergeben werden zwei Hauptpreise, gestiftet von BMW und der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz. Der Publikumspreis wird ausgelobt von der Biehler von Dorrer Stiftung. Zum in Zusammenarbeit mit den renommiertesten Medienhochschulen Europas organisierten und von ARRI Film & TV Services GmbH mit 10.000 Euro dotierten Projektpitch reisen europäische Künstler und Filmemacher bis 35 Jahre aus Paris, London, Mailand oder Moskau an, und jeden Tag um 18.30 Uhr stellen sich anwesende Künstler dem Gespräch mit dem Publikum.

Weitere Informationen zum Festival finden Sie unter http://www.kinoderkunst.de

Unter dem Titel „Creating Realities – Begegnungen zwischen Kunst und Kino“ gibt es weitere Präsentationen als Kooperation zwischen Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst und der Sammlung Götz.

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