Die Ausstellung führt in die bekannteste Epoche der über 3000-jährigen Geschichte Altägypten: in die Pyramidenzeit. Und zwar direkt in den Friedhof mit den Mastaba-Gräbern der hohen Würdenträger und Beamten, die in unmittelbarer Umgebung der Pyramiden des Cheops und des Chefren auf dem Plateau von Giza liegen, errichtet zur Zeit des Alten Reiches (ca. 2600-2400 v. Chr.).

Die Große Pyramide selbst ist in einem Modell präsent, dann folgen Originalobjekte aus den Grabungen des Leipziger Ägyptologen Georg Steindorff , der ab 1903 in einem Areal westlich der Cheops-Pyramide gegraben hatte. Der Besucher kann im großen Kuppelsaal die Präsentation der Funde aus diesen Gräbern erleben, die im Rahmen der Fundteilung dann in die Studiensammlung des Leipziger Ägyptologischen Instituts gelangten – heute die bedeutendste Universitätssammlung ihrer Art in Deutschland. Vor einem Jahr musste sie ein Ausweichquartier beziehen, das nur wenig Ausstellungsfläche bietet. So war es möglich, in enger Zusammenarbeit mit den Leipziger Ägyptologen ganz außergewöhnliche Objekte nach Neuburg zu holen.

Einen Höhepunkt bilden die neun Statuen aus einem einzigen Grab - Statuen des Grabinhabers und Dienerfiguren aus der Mastaba des Djascha in Giza. Noch nie ist dieser Fundkomplex vollständig ausgestellt gewesen, und kein anderes Museum weltweit kann eine vergleichbare Gruppe von Dienerfiguren des Alten Reiches präsentieren. Es folgen weitere Statuen und Reliefs, Gefäße aus Stein und Keramik, Kanopen, Werkzeuge und Schmuck. Das Besondere ist, dass diese Grabbeigaben jeweils im Kontext ihrer Fundsituation ausgestellt sind. So wird es für den Besucher nachvollziehbar, in welcher Zusammenstellung die Gegenstände den Verstorbenen ins Jenseits begleitet haben.

In Ergänzung dazu erwartet den Besucher bereits im Turmzimmer eine aufregende archäologische Präsentation: Ebenfalls zum ersten Mal werden Fragmente zweier Statuen des Chefren gezeigt, die aus Hunderten von Bruchstücken, dem sogenannten „Leipziger Königsklein", in monatelanger Arbeit herausgesucht und in einer Art dreidimensionalem Puzzle nun gezeigt werden können. Dem stellt München seine Bruchstücke an Königsplastik zur Seite, die aus dem Pyramiden-Bezirk des Radjedef, eines Bruders des Chefren, stammen – ein Schatz, der sonst wegen Platzmangels im Münchner Stammhaus nicht gezeigt werden kann.

Großformatige Photos der damaligen Grabungsaktivitäten sowie verschiedene Archivalien – Grabungskonzession, Protokolle der Fundteilung, Grabungstagebücher – ergänzen die Präsentation der Originalobjekte. Bemerkenswert ist ein Dokument aus den Anfängen des Sponsoring zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Ein Schreiben der Firma Maggi, die der Grabung auf Bitten des Ausgräbers eine Kiste ihrer Produkte zukommen ließ – Tütensuppen in Ägypten!