Diese Ausstellung betritt Neuland: Erstmals wird ein kompakter und umfassender Überblick über die altägyptische Hochkultur barrierefrei vermittelt. Ihr Konzept richtet sich zunächst an die Zielgruppe der Sehbehinderten und Blinden, ihr Aufbau ermöglicht auch dem Rollstuhlfahrer den direkten frontalen Zugriff auf die Objekte. Durch ihre Modellhaftigkeit in der Auswahl der Themen sowie deren Aufbereitung mit Hilfe von Originalen, Abgüssen und Modellen ist sie darüber hinaus bestens geeignet für Schulklassen und kann auch jüngeren Kindern einen ersten Zugang zu Altägypten vermitteln. Der innovative Ansatz, der in seiner Beschriftung sowie der integrierten Audio-Führung den Blick auf die Details lenkt, wird diese Ausstellung auch allen anderen Interessenten an der altägyptischen Kultur gerecht.

Die Ausstellung ist in die fünf Themengebiete "Alltag", „Schrift", „Königtum", „Götterwelt" und „Totenkult" gegliedert. Anhand von 25 Stationen wird der Besucher schrittweise in die Welt des Alten Ägypten eingeführt. Die Abfolge der fünf Themen ermöglicht über die Vergleichbarkeit des eigenen Umfelds mit dem konkreten Erleben altägyptischer Gegenstände aus dem Alltagsleben eine behutsame Hinführung zu altägyptischen Vorstellung und führt dann allmählich zu abstrakteren Themen.

Anfassen erwünscht: Die fünf Themenbereiche werden veranschaulicht durch eigens gebaute, aufwändig gefertigte Modelle, durch Abgüsse und Originale, die alle ertastet werden dürfen. Die sämtlich frei zugänglichen Objekte werden auf Spezialtischen präsentiert, die so konstruiert sind, dass sie auch mit einem Rollstuhl unterfahren werden können. Eine kräftige, unterschiedliche Farbigkeit der Tischbespannung verweist klar auf die Unterscheidung von Original einerseits (Gelb) und Repliken und Modelle andererseits (Rot). Erschlossen wird die Ausstellung durch Tisch-Legenden in Braille-Schrift für Blinde, durch Texte für Sehbehinderte in einer besonders großen Drucktype sowie durch eine integrierte Audio-Führung. Sie ist im Eintrittspreis inbegriffen und in zwei Versionen, für Erwachsene und für Kinder, verfügbar. Die Ansteuerung der Objekte erfolgt automatisch, so dass keine Zahlen gewählt werden müssen, der Text startet bei Annäherung an das Objekt.

Die Themen der barrierefreien Ausstellung werden in den anliegenden Vitrinen und Räumen anhand von Originalobjekten aufgegriffen und fortgeführt, so dass nahezu der gesamte Teil II des Museums neu eingerichtet wurde. In diese ergänzende Präsentation wurden aus zahlreiche Neuerwerbungen der vergangenen Jahre integriert, die nun zum ersten Mal zu sehen sind. Dazu zählen etwa seltene Typen von bronzenen Götterfiguren, die Statuette einer Gottesgemahlin und das Uschebti des Vezirs Bakenrenf. Erstmals zu sehen sind auch die großformatigen Fragmente eines auf Mumienbinden geschriebenen Totenbuches aus dem frühen Neuen Reich, das erst in den vergangenen beiden Jahren restauriert worden ist.

In Kürze wird ein ausführlicheres Internet-Special zur Ausstellung erscheinen, das auch den Anforderungen der Barrierefreiheit im Internet entspricht.