Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Aktuelles 25. Juni 2018: Fünf Jahrtausende

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Objekte

Bauchiges Gefäß mit Schnurösen und Darstellung eines Schiffes

Bauchiges Gefäß mit Schnurösen und Darstellung eines Schiffes

ÄS 1819
Keramik
Vorgeschichte, Negade II, um 3200 v. Chr.
Aus der Sammlung von Bissing

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Typisch für diese Epoche ist eine rotbraune Malerei auf hellem Untergrund. Neben Darstellungen von Tieren – vor allem von Antilopen und Flamingos – und Pflanzen bilden Schiffe das wichtigste Motiv: Sie haben in der Vorgeschichte eine herausragende Bedeutung. In einem Land, dessen einzige Verkehrsader ein Fluss ist, und in dem Schiffe das einzige Verkehrsmittel darstellen, um größere Entfernungen zu überbrücken, sind sie nicht nur Gebrauchsgegenstände im Alltag. Ihr Besitz ist für den Herrscher unabdingbar für die Erhaltung und Ausweitung seines Machtgebietes; sie sind Statussymbole auch für nichtkönigliche Eigentümer. Daher zählen auch Boote und Modelle von Schiffen in verschiedensten Formen zu den besonders kostbaren Grabbeigaben in vorgeschichtlicher Zeit.

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Stele des Amenemhet

Stele des Amenemhet

ÄS 34
Sandstein
Mittleres Reich, 12. Dynastie, um 1900 v. Chr.
Aus der Sammlung Michel

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Die Stelen (Gedenktafeln) des Mittleren Reiches sind häufig formal und inhaltlich eine Fortführung der Scheintür des Alten Reiches: Sie sind von Hohlkehle und Rundstab umrahmt, zeigen den Verstorbenen vor dem Opfertisch und tragen die Opferformel. Dieser Denkstein zeigt Amenemhet, königlicher Schatzmeister und Ackervorsteher. Er sitzt auf einem löwenbeinigen Stuhl vor einem Aufbau von Speisen: verschiedene Brote, ein Rinderschenkel, Geflügel und einen Bund Zwiebeln. Die Inschrift enthält das Opfergebet an Osiris, den „Herrn von Busiris, den Großen Gott, den Herrn von Abydos“.

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Porträtkopf eines jungen Mannes

Porträtkopf eines jungen Mannes

ÄS 7942
Granodiorit
Neues Reich, 18. Dynastie, um 1370 v. Chr.

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Das rundliche Gesicht wird gerahmt von einer zweigeteilten Strähnenperücke, die auf der Schulter aufsitzt. Die schmalen, mandelförmigen Augen sind leicht schräg gestellt, das Oberlid ist zum Schminkstrich verlängert. Die bogenförmigen Brauen sind weit nach hinten gezogen. Der breite Nasenflügel ging ursprünglich in kräftige Nasenflügel über; die fülligen Lippen des kleinen Mundes deuten ein leichtes Lächeln an. Wangen und Kinn zeigen weiche und leicht füllige Formen, was dem Gesicht einen jugendlichen Ausdruck verleiht.
Diese stilistischen Merkmale, vor allem Form und Stellung der Augen, ermöglichen eine Datierung in die Zeit von Amenophis III., für die das jugendlich-idealisierende Bildnis sowohl in königlichen wie auch privaten Denkmälern charakteristisch ist.
Der halblebensgroße Kopf ist im Ansatz der Schultern gebroch-en, ein Rückenpfeiler ist nicht vorhanden. Diese Beobachtung sowie der Neigungswinkel der Schlüsselbeinpartie oberhalb der Bruchkante sprechen für die Rekonstruktion einer Knie-Figur, die eine Stele oder ein Sistrum vor sich gehalten hat.

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Bes-Gefäß

Bes-Gefäß

ÄS 7145
Keramik
Neues Reich, 18.-19. Dynastie, 1360-1250 v. Chr.

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Das großformatige Gefäß zeigt den Gott Bes, der mit seiner Zwergengestalt ursprünglich wohl aus Schwarzafrika stammt. Er ist ein Mischwesen mit menschlichen und tierischen Zügen. Ohren und Augen, die platte Nase, Stirnwülste sowie der Mund mit herausgestreckter Zunge sind plastisch geformt, die Tiermähne, der Bart und die Arme sind lediglich kursorisch aufgemalt. Das kräftige Hellblau der Malerei ist typisch für die späte 18./frühe 19. Dynastie.
Bes ist der Schutzgott von Mutter und Kind, er wacht über Zeugung und Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Sein groteskes Aussehen hat apotropäische Wirkung, es soll Unheil und böse Kräfte abwehren. Darüber hinaus gehört Bes zum Gefolge der Himmelsgöttin Hathor, die auch die Göttin der Schönheit und Liebe ist. In ihrem Kult spielt Musik und Trunkenheit eine Rolle, in diesem Kontext kann Bes auch tanzend und musizierend auftreten.
So ist es zu erklären, dass es großformatige Gefäße in Gestalt des Gottes Bes mit seinem Fratzengesicht gibt, die zum Mischen von Wein mit Wasser bestimmt waren – daher die große Gefäßmündung. Nur wenige Exemplare sind überliefert, das Münchner Gefäß gehört mit einem Stück in Berlin zu den einzig vollständigen Beispielen dieser Gattung.

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Kopf einer Statue des Pharao Ramses II.

Kopf einer Statue des Pharao Ramses II.

Gl. 128
Kalkstein
Neues Reich, 19. Dynastie, um 1260 v. Chr.
Aus der Sammlung von Bissing

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Das alterslos wirkende, sanfte Gesicht weist auf Ramses II. Seine überaus zahlreichen Statuen – von kleinen Formaten bis zu den Kolossen von Abu Simbel – zeigen häufig diese lieblichen, harmonischen Züge. Die helmartige Haube mit seitlich abstehenden Rändern und einer über der Stirn mehrfach geringelten Uräusschlange ist die sogenannte „Blaue Krone“, mit der dieser König häufig dargestellt wurde. Die Nase brach wohl schon bei der Arbeit an der Statue ab; für ein gesondert einzusetzendes Ersatzstück wurde die Bruchstelle geglättet.

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Sargbrett der Henut-Taui

Sargbrett der Henut-Taui

ÄS 57c
Holz
Dritte Zwischenzeit, 21. Dynastie, um 960 v. Chr.
Aus der Sammlung Dodwell

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Die „Sängerin des Amun“ Henut-Taui trägt eine lange Strähnenperücke, bei der jede Locke einzeln plastisch wiedergegeben ist. Darunter sind ihre nackten Brüste dargestellt. Über dem Scheitel liegt eine große Lotosblüte, sie trägt große Ohrringe und ein vielreihiges Collier um den Hals, darunter einen Brustschmuck, ein Pektoral – all diese Details entsprechen der Mode ihrer Zeit. Schultern und der gesamte Oberkörper sind von einem riesigen Blütenkragen bedeckt. Darauf liegen überkreuz die separat gearbeiteten Hände.
Der gesamte langgestreckte Unterkörper ist aufgeteilt in kleine Bildfelder, jeweils eingefaßt von Farbleitern, die thronende Gottheiten und verschiedene göttliche Symbole zeigen. Direkt unterhalb des Blütenkragens legt sich das Flügelpaar einer Sonnenscheibe schützend um den Leib der Verstorbenen, ein Stück weiter unten breitet ein Falke seine Flügel über die gesamte Breite des Sargbrettes aus. Charakteristisch für die Dekoration von Särgen der 3. Zwischenzeit ist die Ausnutzung sämtlicher Flächen, die einzelnen Motive sind eng aneinander gerückt, keine noch so kleine Stelle wird freigelassen.
In der 3. Zwischenzeit werden die Einzelgräber aufgegeben und die Särge stattdessen in geheimen Verstecken („Cachettes“) beigesetzt. Der Sarg der „Sängerin des Amun“ Henut-taui stammt aus dem "Bab el-Gusus", einem dieser großen Gemeinschaftsgräber. Es war bestimmt für die Amun-Priester und enthielt insgesamt 153 Särge.

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Figur des Ptah-Sokar-Osiris

Figur des Ptah-Sokar-Osiris

ÄS 18
Holz
Ptolemäische Zeit, 3.-2. Jahrhundert v. Chr.

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Seit dem späteren Neuen Reich werden im Grab aus Holz gefertigte Figuren einer mumiengestaltigen Gottheit aufgestellt, die eine Verschmelzung von Ptah, dem Schöpfergott, Sokar, dem Gott der memphitischen Nekropole, und Osiris, dem Jenseitsherrscher, bilden. Die Statuetten enthalten oft einen Hohlraum im Körper oder im Sockel, in dem eine Papyrusrolle mit Texten des Totenbuches aufbewahrt wurde. Gemeinsam ist ihnen neben der Mumiengestalt mit ungegliedertem Körper eine besondere Krone, die aus stark stilisierten waagerechten Widderhörnern und zwei Straußenfedern mit (aufgemalter) Sonnenscheibe zusammengesetzt ist („Schuti“- Krone).
Die Statuetten des Ptah-Sokar-Osiris folgen in Stilistik und Dekoration meist den Särgen der jeweiligen Epoche. So zeigt dieses Exemplar einen voluminösen Blütenkragen, der den gesamten Oberkörper bedeckt und sehr detailliert ausgeführt ist. Darunter, auf dem Unterkörper und den Beinen, finden sich drei leere vertikale Kolumnen. Dies lässt an einen anderen Typus dieser Figuren denken, die mit einer umfangreichen Hymne beschriftet waren. In dieser ruft der Verstorbene den Schöpfergott an, mit der Bitte um Schutz und Überwindung des Todes.

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Mumienporträt eines jungen Mannes

Mumienporträt eines jungen Mannes

ÄS 4
Holz
Römische Zeit, 2. Jh. n. Chr.
Aus der Sammlung Theodor Graf

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

Die griechische und römische Bevölkerung Ägyptens, die überwiegende in Unterägypten und in der Oase Fayum lebte, übernahm ägyptische Jenseitsvorstellungen und Bestattungsweisen, vor allem die Mumifizierung. In einer Kombination von altägyptischen Bestattungssitten und römischer Porträttradition entstanden zweidimensionale Mumienporträts als eine neue Kunstgattung: In die Umwicklung der Mumie wurde ein auf einer Holztafel mit farbigem Wachs aufgetragenes oder mit Tempera gemaltes Porträt des Verstorbenen, das zu seinen Lebzeiten entstanden war, eingefügt.
Der nach rechts gewendete Kopf ist in einer perspektivischen Darstellung gezeigt: Die linke Gesichtshälfte weicht leicht zurück, was an der Schrägstellung des linken Auges des jungen Mannes zu erkennen ist. Er trägt eine feingelockte Frisur, deren gekräuselte Struktur auch beim Kinn- und Backenbart wieder auftaucht. Ein kurzer Oberlippenbart säumt die aufgeworfenen Lippen. Die feinen Schattierungen und Abtönungen der Haut sowie die Lichtreflexe auf Stirn, Wangen und Nasen sind weitere Merkmale der hohen bildnerischen Qualität dieses Stückes.
Da die stilistische Qualität der Mumienporträts bei sehr lebensnahen, differenzierten Bildnissen beginnt und bei schematisierten Gesichtern in der späteren Kaiserzeit endet, ist dieses Bild relativ früh anzusetzen.

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Raum und Vitrine

Gesamtansicht Vitrine 'Fünf Jahrtausende'

Gesamtansicht Vitrine „Fünf Jahrtausende“

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

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Detail Vitrine 'Fünf Jahrtausende'

Detail Vitrine „Fünf Jahrtausende“

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

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Detail Vitrine 'Fünf Jahrtausende'

Detail Vitrine „Fünf Jahrtausende“

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Marianne Franke

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Blick in die Vitrine 'Fünf Jahrtausende'

Blick in die Vitrine „Fünf Jahrtausende“

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Roxane Bicker

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Raumansicht 'Fünf Jahrtausende'

Raumansicht „Fünf Jahrtausende“

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Roxane Bicker

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Medienstation

Medienstation

Bildrechte: © Staatliches Museum Ägyptischer Kunst,
Foto: Roxane Bicker

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