Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Aktuelles Juli 2017: Eröffnung des Raumes zum Kunsthandwerk

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Textdokumente

Eröffnung am 10. Juli 2017

Dr. Ludwig Spaenle MdL

Dr. Ludwig Spaenle MdL

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Dr. Ludwig Spaenle und Dr. Sylvia Schoske

Dr. Ludwig Spaenle MdL und Dr. Sylvia Schoske

Bildrechte SMÄK/Marianne Franke

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Objekte

Sandalen Sandalen

Sandalen

Palmblatt
Neues Reich, 18.-19. Dynastie, 1200-1070 v. Chr.
ÄS 287

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Wenn auch Sandalen in den Darstellungen des Alltagslebens nicht auftreten, sondern fast ausschließlich auf die Tracht von Angehörigen der Oberschicht und des Königshauses beschränkt waren, haben sie doch zur Bekleidung auch des normalen Ägypters gehört, wie aus Abrechnungen und Zuweisungen etwa an Steinbrucharbeiter hervorgeht.

Neben Leder sind vor allem pflanzliche Materialien zur Herstellung von Sandalen verwendet worden wie Papyrus, Palmfasern, Schilf und verschiedene Gräser; Sandalen aus Holz gehören zu den Grabmodellen des Mittleren Reiches. Die Grundform der Sandale besteht aus der Sohle, über den Rist geführten Riemen und einem weiteren Riemen oder Steg zwischen großem und zweitem Zeh. Das Modell mit hochgezogener und zurückgebogener Spit¬ze wie bei diesem Paar kommt Ende des Neuen Reiches in Mode.

Neben der praktischen Funktion besaßen die Sandalen auch eine symbolische Bedeutung im Kontext der Feindvernichtung: »Alle Feinde sind unter seinen Sandalen« ist eine gängige Formel, die im Zusammenhang mit dem ägyptischen König gebraucht wird und auch umgesetzt wurde in das Bild der Feinde, die in Rundplastik und Relief gefesselt unter den Sandalen des Königs liegen.

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Krummschwert Krummschwert

Krummschwert

Bronze, goldtauschiert
2. Zwischenzeit, um 1700 v. Chr.
ÄS 2907

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Das Krummschwert ist in seiner ganzen Länge der gebogenen Klinge sowie des geraden Stieles entlang einer Mittelrippe mit verschiedenen Ornamenten dekoriert, der flache, spitz zulaufende untere Teil war ursprünglich in einen Holzgriff eingezapft.

Der sich verbreiternde oberste Teil der Klinge ist mit dem Motiv einer Lotosblüte dekoriert, deren Stengel durch das sich anschließende Band gebildet wird. Diese erhöhte Mittelrippe ist mit gegenständigen Doppelspiralen dekoriert, unterbrochen von einem Kreuzblütenmuster am Übergang vom geraden zum gebogenen Teil der Klinge. Das gesamte Ornament ist in Tauschierungstechnik aus dünnen Elektrondrähten und plättchen in einen durch Niello geschwärzten Untergrund eingelegt. Die Dekoration deutet das Krummschwert unter Ausnutzung seiner geschwungenen Form, die der einer Lotosblüte mit langem Stengel gleicht, in eben diese Pflanze um. Damit kündet sich bereits bei diesem frühen Exemplar eines Krummschwerts die weitere Entwicklung seiner Gestalt an: Ab dem Neuen Reich kann der obere, später auch der untere Teil des Griffes in Form einer Lotosblüte gestaltet sein; die Krummschwerter in der Hand von Götterfiguren der Spätzeit ähneln in ihrer Gestalt mehr langstieligen Blumen als gebrauchsfähigen Waffen aus Metall.

Neben seiner Funktion als Gebrauchswaffe ist das Krummschwert stets Repräsentationswaffe mit Symbolcharakter gewesen: Seine altägyptische Bezeichnung »chepesch« ist gleichzeitig das Wort für »Kraft, Stärke«, die der Gott dem König übermittelt, wenn er ihm das Krummschwert überreicht, was im Kontext der Feind- vernichtung erfolgt. In der Hand von Göttern dient das Krummschwert zur Kennzeichnung eines kriegerischen Aspekts

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Kelch Kelch

Kelch

Siltstein
Protodynastisch – Frühzeit, 3000-2800 v. Chr.
ÄS 5525

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Der extrem dünnwandige, elegant geschwungene Kelch ist eines der schönsten Gefäße der Frühzeit und belegt den hohen Standard der Steinbearbeitung vor rund 5000 Jahren. Dieser Typ ist nur in wenigen Exemplaren überliefert und stellt die Übernahme einer charakteristischen Form von Metallgefäßen in das Material Stein dar. Dies läßt sich an der Wulst erkennen, die am Übergang des kleinen Standfußes zum eigentlichen Gefäßkörper aufgesetzt ist und eine Lötnaht imitiert. Derartige Imitationen anderer Materialien sind im Verlauf der ägyptischen Geschichte immer wieder zu beobachten, meist wurde ein wertvolles Material (Stein, Metall) in Ton nachgeahmt, durch eine entsprechende Bemalung oder Umsetzen von Details des einen Materials in das andere wie im vorliegenden Fall. Dabei handelt es sich meist um Grabbeigaben, man wollte Gegenstände, die man sich im Original nicht leisten konnte, dennoch für die Ewigkeit verfügbar haben – wenn nicht in der kostbaren Ausführung, dann doch zumindest in der entsprechenden Form.

Hier steht jedoch eine andere Überlegung im Vordergrund, denn ein derart qualitätvolles Steingefäß war nicht weniger wertvoll als ein Metallgefäß. Entscheidend ist die Ausführung in Stein, einem Material für die Ewigkeit, wohingegen man bereits aus Erfahrung wußte, daß Metall der Gefahr einer Zerstörung durch Korrosion ausgesetzt war.

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Goldfigur eines Pektorales Goldfigur eines Pektorales

Goldfigur eines Pektorales

Gold, Karneol, Glas
2. Zwischenzeit, 17. Dynastie, um 1650-1550 v. Chr.
ÄS 6071

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Die nach rechts gewandte Königsfigur zeigt den König beim Kultlauf, dem sogenannten Ruderlauf: In den Händen hält er als Kultgeräte Steuer und Ruder einer Prozuessionsbarke, die er nach den Göttern überreicht. Die Zapfen unter den Sohlen geben den Hinweis, dass die Figur ursprünglich in den Rahmen eines Pektorales eingelassen war, eines auf der Brust getragenen Anhängers.

Die roten Einlagen konnten als Glas bestimmt werden, womit hier, parallel zu einem Geierpektoral von einem königlichen Sarg der 2. Zwischenzeit in Boston, eines der ältesten Beispiele für dieses Material vorliegt.

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Nilpferdgefäß Nilpferdgefäß

Nilpferdgefäß

Ton
Prädynastisch, Übergang Negade I/II, 3500 v.Chr.
ÄS 7181

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Zu den schönsten und eindrucksvollsten tiergestaltigen Gefäßen, wie sie seit der Negade I-Zeit belegt sind, gehört dieses große Gefäß in der Form eines Nilpferdes mit geschlossenem Maul; die knopfartigen Augen, die kleinen, spitzen Ohren und der Schwanz sind separat modelliert und aufgesetzt. Auf dem plumpen Körper des Tieres aus gebranntem Ton sitzt ein kaminartiger, rot polierter Aufsatz, der sich zu einer runden Gefäßöffnung verbreitert. Bislang sind nur zwei Parallelen für diesen Gefäßtypus bekannt geworden. Bei einem jüngst in Abydos gefundenen, sehr sorgfältig modellierten Exemplar läßt sich der Herstellungsprozeß in etwa nachvollziehen: Wie an den tiefen Druckspuren zu erkennen ist, wurden in das vorgefertigte Bauchteil die Beine eingesetzt, außen verschmiert und innen grob angedrückt. Anschließend wurde wahrscheinlich das Maul mit dem Körperunterteil verbunden. Gesondert sind dann Augen, Ohren und der Schwanz angebracht worden. Typisch für das Münchner Nilpferd ist die Verbindung zweier Keramikgattungen: Während die Oberfläche des kaminartigen Aufsatzes rot poliert ist — typisch für die Negade I-Zeit –, ist die Oberfläche des Gefäßkörpers roh belassen - typisch für die Negade II-Zeit; es ist somit in die Übergangszeit dieser beiden Kulturstufen zu datieren.

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Vitrinen

Vitrine Fayence Vitrine Fayence

Vitrine Fayence

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Vitrine Fayence Vitrine Fayence

Vitrine Fayence

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Vitrine Keramik Vitrine Keramik

Vitrine Keramik

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Vitrine Organische Materialien Vitrine Organische Materialien

Vitrine Organische Materialien

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Vitrine Stein Vitrine Stein

Vitrine Stein

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Raum

Raum Kunsthandwerk

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