Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte

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Es gibt insgesamt 311 Berichte
  • 27. Mai 2006 Zum ersten Mal: Girls' Day im Ägyptischen Museum

    Seit einigen Jahren findet jeweils am 4. Donnerstag im April der Girls' Day statt, an dem sich Mädchen in Firmen und Betrieben, Universitätsinstituten und Behörden über Berufe orientieren können
    Bundesweit gab es rund 7000 Veranstaltungen mit mehr als 120 000 Teilnehmerinnen. Ursprünglich konzipiert, um Mädchen über technische Berufsfelder zu informieren, entwickelt sich der Girls' Day immer mehr zu einem allgemeinen beruflichen Informationstag - speziell für Mädchen.

    Und so hatte am 27. April erstmals das Ägyptische Museum aus diesem Anlaß eingeladen - mit einem speziell zusammengestellten Programm, das möglichst vielfältig über das Berufsfeld Museum informieren sollte. Die per Internet ausgeschriebenen 10 Plätze waren in wenigen Tagen ausgebucht, wie sich überhaupt im Vergleich zu anderen Städten in München ein generell sehr lebhaftes Interesse am Girls' Day feststellen ließ.

    Und so standen pünktlich um 9 Uhr die zehn Mädchen (im Alter von 13-15 Jahren) vor der Residenz, die aus Real- und Wirtschaftsschulen sowie Gymnasien kamen. Nach der Begrüßung durch die Direktorin Sylvia Schoske stand zunächst ein Rundgang durch das Museum auf dem Programm, bei dem das Aufgabengebiet des Museumspädagogen vorgestellt wurde. Danach kam die Gruppe in die Museumsverwaltung in der Meiserstraße, und die Mädchen erhielten Informationen zum Studienfach Ägyptologie. Als Beispiel für den Einsatz von Computern im Museum stellte die Volontärin Roxane Bicker dann das Programm zur Museumsdokumentation vor, verbunden mit Informationen, was für Aktivitäten und Aufgaben in der alltäglichen Museumsarbeit anfallen.

    Die anschließende Mittagspause diente gleichzeitig als Möglichkeit einer Fragerunde, bevor es dann ins Magazin ging - Särge, Keramik, Stein, die Schubladen mit den Kleinfunden wurden geöffnet, ebenso die Schränke mit den - wohlverpackten - Mumien. Dabei wurden Fragen nach Notwendigkeit und Rahmenbedingungen einer sachgerechten Aufbewahrung ebenso angesprochen wie praktische Probleme beim Verpacken und Transport von Objekten im Vorfeld von Ausstellungen. In der letzten Runde ging es dann in die Restaurierungswerkstatt, wo Stephanie Steinegger die Mädchen nicht nur über den Beruf und die Ausbildung zum Restaurator informierte, sondern die Teilnehmerinnen beim Abgießen eines Amuletts auch selbst aktiv werden durften.

    Zu allen vorgestellten Berufen - Restaurator, Museumspädagoge, Ägyptologe - erhielten die Mädchen auch schriftliche Materialien als weiterführende Informationen. Fazit: Die Mehrheit der Mädchen bewertete in einem Fragebogen die Veranstaltung mit ?gut", ein Mädchen formulierte auch direkt den Wunsch nach einem Schulpraktikum. Allerdings war es für einige wohl etwas zu theoretisch - was für den Ablauf im kommenden Jahr geändert werden soll. Denn auch von Museumsseite bestand Einstimmigkeit über die Notwendigkeit, über das Berufsfeld Museum zu informieren.
  • 27. Mai 2006 "Lange Nacht der Musik" 2006 im Ägyptischen Museum

    Ungewohnte Klänge zwischen Statuen und Reliefs, neben Götterbildern und Sarkophagen
    Im Ägyptischen Museum war Mohamed Askari zu Gast, der aus Ägypten stammende und heute in Berlin lebende Meister des Nay-Spiels, der arabischen Bambus-Flöte. Die orientalische Musik wurde nicht in Form eines konventionellen Konzertes vor sitzendem Auditorium dargeboten, sondern an wechselnden Orten im ganzen Museum. Im Zusammenspiel mit den altägyptischen Originalen ergab erzeugte dies eine stets sich verändernde Atmosphäre, ein sich wandelnder Klangteppich vor wechselnder Kulisse. Manche Besucher unterbrachen ihren Rundgang, um konzentriert zu lauschen, andere nahmen das Flötenspiel als Untermalung ihrer Betrachtung altägyptischer Kunst.

    Ein ruhiger, meditativer Abend im manchmal etwas lauten Programmangebot dieser Nacht. Über 900 Besucher waren "zu den Ägyptern" gekommen, ein ständiges Kommen und Gehen zwischen 8 Uhr abends und 2 Uhr in der Früh - manche zufällig, die meisten jedoch ganz gezielt. Und manche liessen sich gleich dazu verleiten, am nächsten (Sonntag-)Morgen zum Vortrag ins Museum zu kommen
  • 21. Mai 2006 Internationaler Museumstag

    Wie viele Hieroglyphen musste ein Schreiber lernen? Was ist ein Pektoral? Woran starb Tutanchamun? Wer war Senenmut? Wovon ernährten sich die Ägypter? Wann wurde das Glas erfunden?
    Diese und viele andere Fragen wurden bei den verschiedenen Veranstaltungen im Ägyptischen Museum anlässlich des Internationalen Museumstages am 21. Mai eröffnet, der in diesem Jahr unter dem Motto „Museum und junge Besucher" stand. Mehr als 600 Besucher nutzten die verschiedenen Programmangebote, wobei erfreulicherweise alle Altersgruppen vertreten waren: viele Familien mit Kindern, jugendliche Paare und ältere Einzelbesucher.

    Neben Kinder- und Erwachsenenführungen gab es einen Bastel- und Maltisch für die ganz Kleinen, eine Hieroglyphenschule für Größere, wurden Märchen erzählt, und ein Museumsquiz verführte nicht nur Kinder, sondern auch überraschend viele Erwachsene zur genauen Beobachtung der Objekte. Dia-Vorträge zur Entdeckungsgeschichte des Tutanchamun-Grabes und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um den „Goldenen Pharao" stießen (immer wieder) auf lebhaftestes Interesse. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu fachlichen und organisatorischen Fragen, aus denen sich ergab, dass ein Großteil der Gäste an diesem Tag zum ersten Mal das Ägyptische Museum besuchte.

    Die Fülle der positiven Rückmeldungen wird hoffentlich dazu führen, dass es nicht das letzte Mal war. Die lange Verweildauer – manche Familien blieben mehrere Stunden, um das Programm in seiner gesamten Vielfalt ausnützen zu können – zeigt ebenfalls ein starkes inhaltliches Interesse: Man wollte den Tag „bei den Ägyptern" verbringen.

    Ein kleiner Flohmarkt sowie Sonderangebote von museumseigenen Publikationen und Katalogen fanden ebenfalls zahlreiche Interessenten, so daß die Veranstaltung auch finanziell ein Erfolg war - der Gewinn wird vollständig für die nächsten museumspädagogischen Programme verwendet. Und wer sich nach all den Aktivitäten stärken wollte, konnte in der Eingangshalle, direkt neben einem monumentalen Steinsarkophag, noch einer weiteren Frage nachgehen: Was ist eigentlich Fuhl? (Es sei auch hier verraten: Es handelt sich um das ägyptische Nationalgericht, einen kräftigen Bohneneintopf, der aus dem traditionellen Messinggefäß serviert wurde...)
  • 03. Mai 2006 Zwischenbilanz Naga 2006/II

    Am Abend des 3. Mai 2006 bildete der antike Sudan den Auftakt der Vortragsreihe 'Archäologie universal' der Staatlichen Museen zu Berlin - an würdigem Ort, in der Rotunde des Alten Museums.
    Am Abend des 3. Mai 2006 bildete der antike Sudan den Auftakt der Vortragsreihe 'Archäologie universal' der Staatlichen Museen zu Berlin - an würdigem Ort, in der Rotunde des Alten Museums. S. E. Omar Siddig eröffnete mit dem Generaldirektor der Staatlichen Museen und der Leiterin des Referats 'Dialog mit der islamischen Welt' des Auswärtigen Amts die Veranstaltung. Auf den Bericht des Direktors des Ägyptischen Museums über die Berliner Grabungs- und Restaurierungsarbeiten in Naga folgte der Vortrag des Generaldirektors des National Board of Antiquities and Museums, Hassan Hussein Idris, über die Zusammenarbeit seiner Institution mit Archäologen aus aller Welt. Dass Berlin dabei eine besondere Rolle spielte, war nicht nur ein Akt orientalischer Höflichkeit, sondern trug der Tatsache Rechnung, dass mit der preußischen Expedition 1844 die Erforschung der antiken Kulturen des Sudan ihren Anfang nahm und heute an vier Brennpunkten der Archäologie des Sudan Berliner Institutionen tätig sind, am Vierten Katarakt, in Meroë, Musawwarat es-Sufra und Naga.

    Am 1. Dezember 2006 werden sich Repräsentanten von Politik und Wissenschaft wiederum unter dem Zeichen der Archäologie treffen, in Naga. In einem Festakt, den das sudanesische Kulturministerium und die deutsche Botschaft in Khartum gemeinsam ausrichten, wird der Amun-Tempel nach zehnjähriger Arbeit des Teams des Ägyptischen Museums offiziell wiedereröffnet, mit sudanesischer Musik und Lesungen (arabisch und deutsch) aus den Reiseberichten von Pückler-Muskau und Lepsius. Mit diesem Fest in der Wüste, an dem auch Repräsentanten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Vereins zur Förderung des Ägyptischen Museums, der Staatlichen Museen zu Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilnehmen wollen, wird eine Zwischenbilanz gezogen und die Aufmerksamkeit auf ein Projekt gelenkt, das beispielhaft für das zunehmende Interesse von Wissenschaft und Öffentlichkeit für die noch vor wenigen Jahren nahezu unbekannten antiken Kulturen des südlichen Nachbarn Ägyptens steht.

    Die Grabungen und Restaurierungsarbeiten am Amun-Tempel sind in der Kampagne 2006 weitgehend abgeschlossen worden. Fünf Säulen stehen nun im Hypostyl, als ob sie nie umgestürzt wären, und schließen das Vakuum, das zwischen Tor A und B klaffte, zur architektonischen Einheit. Von weit her gesehen hat der Tempel sein Volumen zurück gewonnen und steht imposant über der Stadt.
    Außerhalb der Ostmauer des Tempels bildet die Widderstatue auf ihrem originalen Podest den Gegenpol zu den zwölf Widdern der Zugangsallee und stellt eine Sichtachse zum Tempel F am Fuß des Gebel Naga her, als ob sie vorausblickte auf die Projekte künftiger Kampagnen. Durch die Freilegung der südlichen Außenwand tritt der Tempel nun als frei stehender Baukörper kraftvoll in Erscheinung. Beim Fest im Dezember wird im Sanktuar dank der Unterstützung durch Ingrid Knauf, Mitglied im Kuratorium des Berliner Förderervereins, eine Replik des dort gefundenen Alters stehen, der als hervorragendes Kunstwerk seinen Platz im Nationalmuseum Khartum gefunden hat.
    Ein in weitem Abstand gezogener Zaun schützt künftig den Tempel vor den Herden der Schafe, Ziegen, Esel und Kamele, deren Weg zum Brunnen seit Generationen durch das Tempelareal führte. Der Zaun schließt auch den kleinen Tempel Naga 200 ein. Seiner Freilegung galt auch in der Kampagne 2006 die ganze Aufmerksamkeit des Teams um die Grabungsleiterin Karla Kroeper und um die Architektin Alexandra Riedel von der TU Cottbus. Die Reliefs der Innenwände, nur bis in Kniehöhe der lebensgroßen Königs- und Götterfiguren erhalten, zeigen den kraftvollen, dynamischen, überaus plastisch wirkenden Stil der Darstellungen. Von der nach außen umgestürzten Westwand sind zahlreiche sehr gut erhaltene Reliefblöcke geborgen worden, aus denen sich das Bildprogramm rekonstruieren lässt. Erst die nächste Kampagne wird hier den ganzen Umfang der erhaltenen Szenen zeigen; aber schon jetzt sind außergewöhnliche Details erkennbar. Dazu gehört die Darstellung der Göttin Amesemi mit dem Doppelfalken als Kopfputz und einer geradezu perspektivischen Darstellung des Gewandsaums, die hellenistischen Einfluß vermuten lässt.

    Beim Fest in der Wüste am 1. Dezember 2006 wird sich die Aufmerksamkeit der Gäste auf den Haupttempel des Amun konzentrieren, der in der schnell einfallenden Abenddämmerung in dezenter Illuminierung erstrahlen wird. Die Nomaden der Wüste werden unter den Gästen sein, denn im Lauf der Jahre gemeinsamer Arbeit ist die antike Stadt ein Teil ihrer Identität geworden. Sagte doch einer von ihnen, er verzichte gerne auf seinen Lohn, wenn er einen der Reliefblöcke in seine Hütte mitnehmen dürfe, um sich vor ihn zu setzen und ihn einfach immer anschauen zu können.

    Hassan Hussein Idris hatte offenbar Recht, wenn er in seinem Vortrag in der Rotunde des Alten Museums feststellte, dass die Arbeit der Archäologen kulturelle Identität stifte.

    Dietrich Wildung
    (aMun 29, S.4-9)

    Themen:
  • 01. Mai 2006 Restaurierungsprojekt "Assyrische Flachreliefs"

    In diesen Tagen haben in der Eingangshalle des Ägyptischen Museums in der Münchner Residenz die Vorarbeiten für ein Restaurierungsprojekt begonnen, das bereits mit dem Umzug in den geplanten Neubau in Verbindung steht.
    Die sieben heute im Vierschäftesaal der Münchner Residenz ausgestellten Reliefs stammen aus der Zeit des assyrischen Königs Assurnasirpal II. (883-859 v. Chr.). Sie stammen aus dem Nordwestpalast in Kalhu (Nimrud), dem biblischen "Ninive" und dienten als Wandverkleidung der aus Lehmziegeln errichteten Innenräume. Dargestellt sind Genien, mächtige Geister, die den Palast beschützen und Kulthandlungen vollziehen.

    Der Keilschrifttext, der sich in halber Höhe der Platten über die einst farbig gefassten Reliefs hinwegzieht, nimmt kaum Rücksicht auf deren plastische Gestaltung. Es handelt sich um immer dieselbe Standardinschrift, die neben Namen und Titeln des Königs einen kurzen Bericht über seine Besitzungen und Eroberungen sowie über den Wiederaufbau der Stadt und des Palastes in Nimrud enthält.

    Die Reliefs wurden Mitte des 19.Jhs. ausgegraben und gelangten über London nach München: 1863 waren sie im Auftrag von Ludwig I. für seine Glyptothek erworben worden, wo sie bis zum 2. Weltkrieg ausgestellt waren. 1970 wurden sie dann im Zuge der erstmaligen Eröffnung des Ägyptischen Museums an ihrem heutigen Ort montiert. Seinerzeit waren die Voraussetzungen andere als heute: Das Museum hatte einen Bruchteil der heutigen Besucherzahlen, der über den Museumsräumen liegende Kaisersaal war nach dem Krieg noch nicht wieder restauriert. Durch die heutige nahezu tägliche Benutzung des Kaisersaals für Veranstaltungen (z.B. Empfänge der Staatskanzlei, Vermietungen durch die Schlösserverwaltung) sind die Türen oft stundenlang geöffnet, was besonders bei Kälte und Nässe überaus ungünstige klimatische Bedingungen für die wertvollen Reliefs schafft, die außerdem mechanischen Beschädigungen ausgesetzt sind.

    Bei den laufenden Untersuchungen werden die Reliefs genau vermessen und die Schäden und Spuren von früheren Bearbeitungen, Umarbeitungen und Restaurierungen sorgfältig kartiert. Besonderes Augenmerk gilt der ehemaligen Bemalung: Bei genauerer Untersuchung lassen sich nämlich Farbreste in den Gewandfalten, bei den Gliedmaßen (z.B. an den Zehennägeln) sowie in den Texten beobachten.

    Die Darstellungen sind sehr flach mit durchschnittlich nur 1 cm Reliefhöhe aus dem sog. Mossul-Alabaster gemeißelt. Erst die entsprechende Beleuchtung im Streiflicht zeigt, wie plastisch und differenziert die Oberflächen trotzdem gestaltet sind. Die Platten sind bis zu 2,40 m hoch und 1,50 m breit und wiegen bis zu 1000 kg. Früher waren sie noch schwerer, weil sie teilweise - aus Gründen der Gewichtsersparnis für den Transport - rückwärtig abgearbeitet wurden.

    Die laufenden Untersuchungen dienen der Vorbereitung der einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmenden Restaurierung der Reliefs, die im Hinblick auf die aktuelle Gefährdung der Stücke einerseits und den geplanten Neubau des Museums andererseits möglichst bald erfolgen soll: Die Abnahme der Reliefs ist für den kommenden Herbst geplant, sie werden nicht mehr an ihren derzeitigen Standort zurückkehren. Nach ihrer Restaurierung werden sie dann im neuen Museum ihrer Bedeutung und ihrem Wert entsprechend präsentiert werden.



  • 01. April 2006 Wiedereröffnung des Zweigmuseums Seefeld

    Traditionsgemäß wurde am Palmsonntag das Zweigmuseum Seefeld nach der Winterpause mit der Ausstellung "Aus Pharaos Werkstatt" wiedereröffnet.
    Sylvia Schoske führte die aufmerksamen Premierengäste durch die Ausstellung, wobei unter anderem die Proben ägyptischer Steinmaterialien viel Interesse fanden. Gabi Ulrich überbrachte die Willkommensgrüße der Gemeinde für die neue Saison und den Dank für die harmonische Zusammenarbeit. In diesem Jahr gibt es ein umfangreiches Programmangebot - und die ersten Besucher konnten gleich selbst aktiv werden auf der "Hasenjagd" quer durchs Museum.
  • 26. März 2006 Enthüllung des neuen Gastobjektes in Weiden: ein kostbares Glasgefäß

    Am Sonntag, dem 26. März, wurde das neue Gastobjekt im Zweigmuseum Weiden präsentiert.
    • Goldband-Alabastron
    • Enthüllung durch Dietrich Wildung und Stefanie Dietz
    • Gäste
    • Gäste
    Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Bayerisch-Böhmischen Kulturtage statt, die sich dieses Jahr auf die Themen „Glas und Architektur" konzentrieren.

    Aus diesem Anlaß wurde als neues Gastobjekt ein kostbares Goldband-Alabastron aus den Beständen des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München ausgewählt. Als Gast anwesend war der Direktor des Ägyptischen Museums Berlin, Dietrich Wildung, der nach dem Einführungsvortrag seiner Münchner Kollegin Sylvia Schoske das Objekt enthüllte, gemeinsam mit Stefanie Dietz, der Leiterin des Keramikmuseums in Weiden. Bei einem Glas Sekt ergaben sich unter den sachkundigen Zuhörern anschließend noch lebhafte Gespräche. Das Goldband Alabastron wird nun bis Mitte Uni in Weiden zu sehen sein.
  • 01. März 2006 schule@museum Multimedia-Wettbewerb im Zweigmuseum Seefeld

    Dieser bundesweite Multimedia-Wettbewerb will Schule und Museum auf eine neue Art verlinken
    Schüler – eine Klasse, eine Projektgruppe, ein Kurs – setzen sich mit den Objekten eines Museums auseinander und gestalten eine internettaugliche Multimedia-Produktion als CD-ROM. Die Wertung erfolgt in vier Alterstufen von der Grundschule bis zur Kollegstufe. Diese Initiative wird getragen vom Deutschen Museumsbund, dem Bundesverband Museumspädagogik und dem BDK-Fachverband für Kunstpädagogik.

    http://www.museumsbund.de/de/projekte/archiv/schulemuseum/

    Auf Initiative der Informatiklehrerin Ute Dorschner wird sich die Multimediagruppe II von der Staatlichen Realschule Unterpfaffenhofen gemeinsam mit dem Museum Ägyptischer Kunst München an diesem Wettbewerb beteiligen –- und zwar mit einem Projekt zum Zweigmuseum Seefeld und seiner aktuellen Ausstellung „"Aus Pharaos Werkstatt"". Nach vorbereitenden Gesprächen besuchten die Schüler am 21. März 2006 gemeinsam das Museum zu einem ersten Rundgang. In einer Führung machten sie sich zunächst mit dem Thema der Ausstellung vertraut, konnten dann in kleinen Gruppen unter museumspädagogischer Betreuung weiter auf Entdeckungsreise gehen und schließlich als Photographen selbst aktiv werden.

    Wir sind gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt....
    Themen:
  • 01. Februar 2006 Eröffnung der Ausstellung "Das Alte Ägypten (be)greifen

  • 15. Dezember 2005 Moderne Zeiten für den alten Sudan - Herbstkampagne 2005 in Naga

    Nach zehn Jahren Wüste von Januar bis März, von kühlen Winternächten zu sengender Frühlingssonne nun eine Kampagne im Spätherbst mit angenehmen 25° am Abend.
     Manches ist anders diesmal. Nach zehn Jahren Wüste von Januar bis März, von kühlen Winternächten zu sengender Frühlingssonne nun eine Kampagne im Spätherbst mit angenehmen 25° am Abend. Der Flug von Frankfurt nach Khartum ohne den lästigen Zwischenstop in Kairo - kaum zur Nachmittagssiesta eingeschlafen, wacht man beim Sonnenuntergang in Khartum auf. Eine renovierte Ankunftshalle, vergnügte Paßbeamten, neue Gepäckwagen (wie schon immer ohne Bakschisch heischende Helfer), keine Zollkontrolle - angenehmer könnte die Ankunft im Sudan nicht sein. Viele Neubauten in Khartum, säuberlich gepflegte Strassen. Die Altertümerverwaltung nun dem Ministry of Culture & Youth & Sport zugeordnet und damit ins Licht des öffentlichen Interesses gerückt. Als Vertretung der Altertümerverwaltung in unserer Grabung eine junge, selbstbewußte Inspektorin, die die Fahrt nach Naga mit pausenlosem Telefonieren und Versenden von SMS beginnt. Beim Einkauf für die Wochen in der Wüste wohl gefüllte Läden (einschließlich Weihnachtskrippen) und ein mittäglicher Verkehrsstau, der noch undurchdringlicher geworden ist als ein halbes Jahr zuvor.

    Den Anstoß zu dieser Kampagne zu ungewohnter Zeit hat der Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin gegeben. Seine Bereitschaft, die Freilegung und Restaurierung der Hathor-Kapelle in Naga zu finanzieren, ermöglicht es uns, zusätzlich zur Hauptkampagne einen Sondereinsatz zu unternehmen, der in seiner Programmatik und der sich daraus ergebenden personellen Besetzung das eigentlich Andere, das Neuartige darstellt.
    Die Hathor-Kapelle ist das außergewöhnlichste Bauwerk der meroitischen Architektur. In der Verschmelzung von hellenistisch-römischen, pharaonisch-ägyptischen und meroitischen Elementen steht sie für die Funktion des Reiches von Meroe als Bindeglied zwischen der Mittelmeer-Welt und Afrika, ist sie der architektonische Ausdruck eines antiken Nord-Süd-Dialogs. Weit jenseits der Grenzen des römischen Reiches gelegen, ist sie der südliche Extrempunkt des Einflußbereichs des Weltreichs der Cäsaren.

    Bislang wurde die Kapelle ins späte 3. Jahrhundert n. Chr. datiert und in der Fachliteratur als "Römischer Kiosk" geführt. Claude Rilly konnte eine Besucherinschrift, die in kursiven meroitischen Schriftzeichen auf die nördliche Innenwand der Kapelle geschrieben ist, in die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. datieren, so dass der kleine Tempel zeitlich in die direkte Nähe zum nebenan stehenden Löwentempel rückt, der in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. von König Natakamani errichtet wurde. Bei einer Sondage während der Kampagne 2003 fanden wir ein Hathor-Kapitell, das die Funktion des kleinen Tempels als Heiligtum dieser Göttin identifiziert, die auch am Löwentempel dargestellt ist.
    Das Bauwerk ist akut einsturzgefährdet. Die beiden obersten Steinlagen sind abgestürzt und liegen ringsum verstreut. Die tonnenschweren Architrave ruhen auf Kapitellen aus weichem Sandstein, die unter dem Druck geborsten sind und auseinander zu fallen drohen. Die Statik ist gestört, der Verbund der Sandsteinblöcke hat sich gelöst. Die Freilegung des unteren, noch knapp einen Meter im Boden steckenden Teils der Kapelle wäre nur unter erheblichen Risiken möglich.

    Während der letzten Kampagnen wurde mit dem durch die Zusammenarbeit auf der Museumsinsel bewährten Team von 'Restaurierung am Oberbaum', das mit der Wiedererrichtung der Säulen im Amun-Tempel einen wichtigen Beitrag zur Denkmalpflege im Sudan geleistet hat, eine Konzeption für die Rettung der Hathor-Kapelle entwickelt. Sie geht vom gleichzeitigen Einsatz von Archäologen, Architekten und Restauratoren aus, so dass Ausgrabung, Bauaufnahme und restauratorische Maßnahmen ineinander greifen. Um der generellen Philosophie äußerster Zurückhaltung bei restauratorischen Maßnahmen treu zu bleiben, soll die Hathor-Kapelle als Ruine konserviert werden, also nicht - was durchaus machbar wäre - durch Rekonstruktion in einen perfekten, aber nicht authentischen Urzustand zurück versetzt werden.

    Grundlage aller Arbeiten ist die dreidimensionale millimetergenaue Erfassung der Architektur. Das Spezialbüro Objekt Scan aus Potsdam nimmt in nächtlichen Einsätzen mit einem Streifenlicht-Scanner die gesamte Architektur in einem plastischen Modell auf. Die aus Abermillionen Pixeln bestehenden Datensätze erlauben eine mechanische Nachformung einzelner Bauteile in beliebigem Maßstab - vom kleinen Gesamtmodell der Kapelle bis zur 1:1-Replik der Kapitelle. Die originalen Kapitelle werden gefestigt und ihre zahllosen Risse reversibel verklebt. Damit sind sie für eine verlustfreie Abnahme und Verbringung ins Nationalmuseum Khartum vorbereitet. An ihrer Stelle werden in Werkstein gefräste, millimetergenaue Repliken eingesetzt, die die Last der Architrave und der aus den verstürzten Blöcken zusammengesetzten Gesimse aufnehmen. Nach diesem Austausch nicht mehr funktionsfähiger Bauteile gegen stabile Nachformungen wird die Statik der Kapelle durch Ringanker und andere nicht sichtbare Stabilisierungsmaßnahmen wieder hergestellt. Durch die nun gefahrlos durchführbare Freilegung der unteren Zone gewinnt die Kapelle ihre schlanken, hoch aufragenden Proportionen zurück. Die Abtragung des in zwei Jahrtausenden um etwa einen Meter angestiegenen Umfelds legt das antike Niveau frei, das den nahe gelegenen Löwentempel einbezieht.

    Schon die ersten Tage der fünfwöchigen Kampagne zeigen die hohe Effizienz der engen Zusammenarbeit qualifizierter Spezialisten. Bei Grabung, Bauaufnahme und Restaurierung auftauchende Fragen können sofort diskutiert und kompetent entschieden werden. Wenn mit Sonnenuntergang die Feldarbeit zu Ende geht, beginnt der Generator die abendliche Wüstenruhe zu stören; nun tritt der Scanner in Aktion, der bis weit nach Mitternacht gespenstische Lichtblitze auf die Tempelwände wirft. Schon am nächsten Morgen sehen wir ein weiteres Stück Architektur auf dem Monitor, das sich nach allen Seiten drehen und wenden und kippen läßt. Die Moderne hat Einzug gehalten in der Archäologie des Sudan - mit der klaren Zielsetzung, die Antike unverfälscht der Zukunft zu überliefern.
    Wir diskutieren nicht nur die wissenschaftlichen Aspekte dieser neuen Technologie, sondern lassen der Phantasie freien Lauf, entwickeln kühne Marketing-Konzepte: Hathor-Kapellen en miniature zum Verkauf im Museumsladen und ein 1.1-Modell auf dem Schloßplatz gegenüber dem Alten Museum.

    Die Freilegung und Bergung der verstürzten Architekturteile versetzt uns täglich in neues Staunen. Über Uräenfriesen setzen Torbogen an, die an frühchristliche Kirchen, am Rom und Ravenna denken lassen. In barockem Überfluß bietet diese Architektur eine meroitische Postmoderne, die sich eklektizistsich in der Architektur Ägyptens und Roms bedient und ein einzigartiges Kompendium antiker Architekturformen bietet.

    Der Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin steht mit seiner Förderung dieses Projektes in wahrhaft königlicher Tradition: Vor 160 Jahren hat Friedrich Wilhelm IV. durch seine Förderung der preußischen Expedition den Anstoß zur wissenschaftlichen Erforschung des antiken Sudan gegeben. Heute sind wir in die Lage versetzt, mit modernsten Methoden und Verfahren und einer zukunftweisenden Konzeption Standards in der Archäologie und Denkmalpflege des Sudan zu setzen.

    Dietrich Wildung (Artikel der Mitgliederzeitschrift aMun)

     

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