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Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte

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Es gibt insgesamt 308 Berichte
  • 01. Oktober 2006 Untersuchung des Obelisken

    Wird er, wie ursprünglich geplant, vor der großen Portalwand stehen, die den Eingang des künftigen Neubaus markiert, oder wird er im Inneren des Museums seinen Platz finden?
    Rechtzeitig vor der alljährlichen Einhausung des Obelisken in den Wintermonaten wurde eine sorgfältige Zustandsüberprüfung und Schadenskartierung durchgeführt. Dabei ging es vor allem um die Frage des zukünftigen Standortes: Wird er, wie ursprünglich geplant, vor der großen Portalwand stehen, die den Eingang des künftigen Neubaus markiert, oder wird er im Inneren des Museums seinen Platz finden?


    Vom Hubsteiger aus erläuterte Dipl. Ing. André Wahl von der Restaurierungswerkstatt Pfanner Museumsdirektorin Sylvia Schoske den Befund: In der Nahsicht zeigte sich, dass drei Jahrzehnte Münchner Klima und die Luftverschmutzung ihre Spuren hinterlassen haben. Schmutzablagerungen in den vertieften Hieroglyphen, Rissbildungen, Ablösungen der Oberflächen und instabile Ergänzungen führen im Resüme des Generalchecks zu dem klaren Ergebnis, dass eine weitere Aufstellung im Freien - zudem an der verkehrsintensiven Gabelsbergerstraße - nicht mehr zu verantworten ist.

    So wird der Obelisk künftig im Innenraum ausgestellt werden, an der Schmalseite eines atriumähnlichen Hofes. Die Proportionen dieses Innenraumes werden die Monumentalität des knapp sechs Meter hohen Denkmals stärker wirken lassen als vor der riesigen Fassade der Residenz.

    Seinen derzeitigen Standort wird der Obelisk schon lange vor dem Umzug des Museums verlassen, um einer sorgfältigen Restaurierung nach aktuellen Standards unterzogen zu werden. Zunächst wird er ein letztes Mal in seiner Winterverkleidung verschwinden. Die kommenden Monate wird das endgültige Konzept der Restaurierung erarbeitet und die logistischen Planungen hierfür erstellt werden. Da von rund eineinhalb Jahren für diese Arbeiten auszugehen ist, und der Obelisk als erstes in den Neubau eingebracht werden muß, wird seine Abnahme vor der nächsten Wintersaison, also im Oktober 2007, erfolgen.
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  • 01. Oktober 2006 Abnahme asyrischer Reliefs

    Von Mai bis Juli hatten die Mitarbeiter der Restaurierungswerkstatt Dr. Pfanner die assyrischen Reliefs im Eingangssaal zum Ägyptischen Museum einer gründlichen Untersuchung unterzogen.
    Um den Objekten einen weiteren Verbleib im Vierschäftesaal, der in den Wintermonaten nur sehr ungünstige klimatische Verhältnisse bietet, zu ersparen, wurden die bis zu einer Tonne schweren Reliefs nun in einer aufwändigen Aktion von den Wänden genommen, verpackt und in die Meiserstraße 10 verbracht, wo die Verwaltung des Museums mit Werkstatt und Magazin untergebracht ist. Im kommenden Jahr wird ihre Restaurierung beginnen, für die rund drei Jahre veranschlagt sind. Im Anschluß werden diese Objekte ihren neuen Standort im Museumsneubau finden - sie werden also nicht mehr an ihren alten Standort zurückkehren. Die Reliefs wurden daher in eigens angefertigte, stabile Klimakisten verpackt, in denen sie dann auch ihren abermaligen Umzug ins neue Haus erfahren werden.
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  • 01. September 2006 Ferienaktion 2006

    Auch in diesem Jahr war das Ägyptische Museum 4 Wochen in den Sommerferien fest in Kinderhand, es war wieder an der Zeit für die allseits beliebte Ferienwerkstatt.
    Nach einer einleitenden Führung oder einem Diavortrag, bot jeder Tag neue Herausforderungen: da wurden Mosaike hergestellt, Hausmodelle aus Ton geformt, gebastelt, geschnitten, gemalt, geklebt und geflochten.

    Natürlich wurden auch wieder lange Briefe in Hieroglyphen auf Papyrus geschrieben, einige Kinder stehen inzwischen einem altägyptischen Schreiber in nichts nach!In der letzten Woche stand die Vorbereitung des großen Abschlussfestes an, Kostüme mussten genäht werden, Kulissen vorbereitet und das Theaterstück eingeübt, bis es für 300 begeisterte Besucher am Ende wieder hieß: „Zu Gast bei Pharao".
  • 01. August 2006 Abbruch TU-Gebäude begonnen

    Mit dem Beginn der Abbrucharbeiten im sogenannten Süd-Ost-Gelände der Technischen Universität ist Mitte August nun auch nach außen hin sichtbar der Startschuß für den in Planung befindlichen Neubau des Ägyptischen Museums gefallen.
    Die dort stehenden Gebäude, in den 60er Jahren errichtet, stehen schon seit 2002 leer, als die dort beheimateten Institute für Mathematik und Informatik in das Forschungsgelände in Garching umzogen. Danach wurden sie nur noch sporadisch genutzt, verfielen zusehends und waren schon seit Monaten eingerüstet.

    Die vier Würfel sind von Asbest verseucht, der jetzt aufwändig entsorgt werden muß. Dafür werden die Kalksteinplatten der Fassaden abgenommen, hinten denen sich eine von Asbest ummantelte Stahlkonstruktion verbirgt. Das ganze Areal wird zum Hochsicherheitstrakt: Die Fassaden werden mit einer Spezialfolie luftdicht verpackt, die Arbeiter einer Spezialfirma tragen Schutzanzüge und werden mit einer eigenen Luftversorgung ausgerüstet. Bis Ende des Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein, damit der eigentliche Abbruch beginnen kann.

    Dabei wird die größte Herausforderung nicht bei den aufragenden Gebäuden liegen, sondern im Untergrund: Dort liegen nie fertig gestellte Kellerräume einer Bunkeranlage aus nationalsozialistischer Zeit, die man seinerzeit beim Bau der Universitätsinstitute nicht aus dem Boden geholt hat. Die mehr als zwei Meter starken Decken aus Stahlbeton werden möglicherweise gesprengt werden – noch laufen die Untersuchungen zur effektivsten und schonendsten Methode für die Gebäude im Umfeld.

    An diese Abbrucharbeiten wird sich dann im kommenden Jahr unmittelbar der Aushub anschließen: für den unterirdischen Neubau des Ägyptischen Museums und den sich dahinter darüber erhebenden Neubau der Hochschule für Fernsehen und Film.
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  • 01. Juli 2006 Eröffnung "Mumienmasken"

    Trotz Fußballweltmeisterschaft gut besucht war die Eröffnung der kleinenWorkshop-Ausstellung „Datenträger Mumienmasken" bei hochsommerlichen Temperaturen am 6. Juli.
    Sie gibt einen Einblick in die Arbeit der Papyrusrestaurierung am spannenden Beispiel der Rückgewinnung von Papyri aus den Kartonagemasken der griechisch-römischen Zeit.

    Diese Veranstaltung mit einem Einführungsvortrag von Alfred Grimm war zugleich der Auftakt einer kleinen Vortragsserie zum Thema Restaurierung. Im Herbst wird diese Serie, die im Kontext der Veranstaltungen zum „Wissensspeicher" steht, dann fortgeführt werden.

    2006  Datenträger Mumienmasken - Die Rückgewinnung antiker Papyri

    Infos zur Multimedia-Produktion
    Eigenschaft Beschreibung
    Wissensspeicher. Datenträger Mumienmasken. - Zur Wiedergewinnung antiker Papyri
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    Bildschirmfoto der Webseite
  • 01. Juli 2006 Dreharbeiten im Museum

    Trotz wahrhaft ägyptischer Temperaturen herrscht in diesen Tagen eifrige Betriebsamkeit im Museum: Die Dreharbeiten für ein mehrteiliges Filmprojekt sind angelaufen.
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  • 01. Juli 2006 CT-Untersuchung von Stuckkopf

    Überraschende Ergebnisse brachte die Untersuchung eines wohl römischen Stuckkopfes mit Hilfe der Computer-Tomographie (CT).
    Schon das Objekt an sich ist außergewöhnlich: Über einen Schädel ist ein Stuckkopf modelliert, während die üblichen Mumienmasken aus Stuck außen auf die komplette Mumie aufgesetzt sind. Ungewöhnlich ist auch die zunächst fast an eine Schildkröte erinnernde Kopfbedeckung, bei der es sich wohl um eine missverstandene Geierhaube handelt.

    In Zusammenarbeit mit einem Wissenschaftsredakteur des Bayerischen Rundfunks, der die Untersuchung mit einem Kamerateam begleitete, soll nun dem Innenleben dieses Objektes nachgegangen werden. Bei Siemens in Forchheim konnte nun der Kopf mit Hilfe des allerneuesten CT-Geräts untersucht werden – mit verblüffendem Resultat: Dem Kopf fehlt der komplette Unterkiefer, die dadurch entstehende Leerstelle wurde mit Hilfe von Leinenbinden aufgefüllt! Auch sonst gibt es einige ungewöhnliche Ergebnisse, für die nun durch vergleichende Studien eine Erklärung gefunden werden muß...

    In Zusammenarbeit mit dem Doerner-Institut in München wird noch eine Probenentnahme der Farbpigmente stattfinden, um so eine Rekonstruktion der ursprünglichen Farbwirkung vornehmen zu können. Der weitere Fortgang der Untersuchungen wird gleichfalls filmisch begleitet werden für einen Beitrag im Rahmen eines Wissenschaftsmagazins des Bayerischen Fernsehens. Fortsetzung folgt....
  • 27. Mai 2006 Zum ersten Mal: Girls' Day im Ägyptischen Museum

    Seit einigen Jahren findet jeweils am 4. Donnerstag im April der Girls' Day statt, an dem sich Mädchen in Firmen und Betrieben, Universitätsinstituten und Behörden über Berufe orientieren können
    Bundesweit gab es rund 7000 Veranstaltungen mit mehr als 120 000 Teilnehmerinnen. Ursprünglich konzipiert, um Mädchen über technische Berufsfelder zu informieren, entwickelt sich der Girls' Day immer mehr zu einem allgemeinen beruflichen Informationstag - speziell für Mädchen.

    Und so hatte am 27. April erstmals das Ägyptische Museum aus diesem Anlaß eingeladen - mit einem speziell zusammengestellten Programm, das möglichst vielfältig über das Berufsfeld Museum informieren sollte. Die per Internet ausgeschriebenen 10 Plätze waren in wenigen Tagen ausgebucht, wie sich überhaupt im Vergleich zu anderen Städten in München ein generell sehr lebhaftes Interesse am Girls' Day feststellen ließ.

    Und so standen pünktlich um 9 Uhr die zehn Mädchen (im Alter von 13-15 Jahren) vor der Residenz, die aus Real- und Wirtschaftsschulen sowie Gymnasien kamen. Nach der Begrüßung durch die Direktorin Sylvia Schoske stand zunächst ein Rundgang durch das Museum auf dem Programm, bei dem das Aufgabengebiet des Museumspädagogen vorgestellt wurde. Danach kam die Gruppe in die Museumsverwaltung in der Meiserstraße, und die Mädchen erhielten Informationen zum Studienfach Ägyptologie. Als Beispiel für den Einsatz von Computern im Museum stellte die Volontärin Roxane Bicker dann das Programm zur Museumsdokumentation vor, verbunden mit Informationen, was für Aktivitäten und Aufgaben in der alltäglichen Museumsarbeit anfallen.

    Die anschließende Mittagspause diente gleichzeitig als Möglichkeit einer Fragerunde, bevor es dann ins Magazin ging - Särge, Keramik, Stein, die Schubladen mit den Kleinfunden wurden geöffnet, ebenso die Schränke mit den - wohlverpackten - Mumien. Dabei wurden Fragen nach Notwendigkeit und Rahmenbedingungen einer sachgerechten Aufbewahrung ebenso angesprochen wie praktische Probleme beim Verpacken und Transport von Objekten im Vorfeld von Ausstellungen. In der letzten Runde ging es dann in die Restaurierungswerkstatt, wo Stephanie Steinegger die Mädchen nicht nur über den Beruf und die Ausbildung zum Restaurator informierte, sondern die Teilnehmerinnen beim Abgießen eines Amuletts auch selbst aktiv werden durften.

    Zu allen vorgestellten Berufen - Restaurator, Museumspädagoge, Ägyptologe - erhielten die Mädchen auch schriftliche Materialien als weiterführende Informationen. Fazit: Die Mehrheit der Mädchen bewertete in einem Fragebogen die Veranstaltung mit ?gut", ein Mädchen formulierte auch direkt den Wunsch nach einem Schulpraktikum. Allerdings war es für einige wohl etwas zu theoretisch - was für den Ablauf im kommenden Jahr geändert werden soll. Denn auch von Museumsseite bestand Einstimmigkeit über die Notwendigkeit, über das Berufsfeld Museum zu informieren.
  • 27. Mai 2006 "Lange Nacht der Musik" 2006 im Ägyptischen Museum

    Ungewohnte Klänge zwischen Statuen und Reliefs, neben Götterbildern und Sarkophagen
    Im Ägyptischen Museum war Mohamed Askari zu Gast, der aus Ägypten stammende und heute in Berlin lebende Meister des Nay-Spiels, der arabischen Bambus-Flöte. Die orientalische Musik wurde nicht in Form eines konventionellen Konzertes vor sitzendem Auditorium dargeboten, sondern an wechselnden Orten im ganzen Museum. Im Zusammenspiel mit den altägyptischen Originalen ergab erzeugte dies eine stets sich verändernde Atmosphäre, ein sich wandelnder Klangteppich vor wechselnder Kulisse. Manche Besucher unterbrachen ihren Rundgang, um konzentriert zu lauschen, andere nahmen das Flötenspiel als Untermalung ihrer Betrachtung altägyptischer Kunst.

    Ein ruhiger, meditativer Abend im manchmal etwas lauten Programmangebot dieser Nacht. Über 900 Besucher waren "zu den Ägyptern" gekommen, ein ständiges Kommen und Gehen zwischen 8 Uhr abends und 2 Uhr in der Früh - manche zufällig, die meisten jedoch ganz gezielt. Und manche liessen sich gleich dazu verleiten, am nächsten (Sonntag-)Morgen zum Vortrag ins Museum zu kommen
  • 21. Mai 2006 Internationaler Museumstag

    Wie viele Hieroglyphen musste ein Schreiber lernen? Was ist ein Pektoral? Woran starb Tutanchamun? Wer war Senenmut? Wovon ernährten sich die Ägypter? Wann wurde das Glas erfunden?
    Diese und viele andere Fragen wurden bei den verschiedenen Veranstaltungen im Ägyptischen Museum anlässlich des Internationalen Museumstages am 21. Mai eröffnet, der in diesem Jahr unter dem Motto „Museum und junge Besucher" stand. Mehr als 600 Besucher nutzten die verschiedenen Programmangebote, wobei erfreulicherweise alle Altersgruppen vertreten waren: viele Familien mit Kindern, jugendliche Paare und ältere Einzelbesucher.

    Neben Kinder- und Erwachsenenführungen gab es einen Bastel- und Maltisch für die ganz Kleinen, eine Hieroglyphenschule für Größere, wurden Märchen erzählt, und ein Museumsquiz verführte nicht nur Kinder, sondern auch überraschend viele Erwachsene zur genauen Beobachtung der Objekte. Dia-Vorträge zur Entdeckungsgeschichte des Tutanchamun-Grabes und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um den „Goldenen Pharao" stießen (immer wieder) auf lebhaftestes Interesse. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu fachlichen und organisatorischen Fragen, aus denen sich ergab, dass ein Großteil der Gäste an diesem Tag zum ersten Mal das Ägyptische Museum besuchte.

    Die Fülle der positiven Rückmeldungen wird hoffentlich dazu führen, dass es nicht das letzte Mal war. Die lange Verweildauer – manche Familien blieben mehrere Stunden, um das Programm in seiner gesamten Vielfalt ausnützen zu können – zeigt ebenfalls ein starkes inhaltliches Interesse: Man wollte den Tag „bei den Ägyptern" verbringen.

    Ein kleiner Flohmarkt sowie Sonderangebote von museumseigenen Publikationen und Katalogen fanden ebenfalls zahlreiche Interessenten, so daß die Veranstaltung auch finanziell ein Erfolg war - der Gewinn wird vollständig für die nächsten museumspädagogischen Programme verwendet. Und wer sich nach all den Aktivitäten stärken wollte, konnte in der Eingangshalle, direkt neben einem monumentalen Steinsarkophag, noch einer weiteren Frage nachgehen: Was ist eigentlich Fuhl? (Es sei auch hier verraten: Es handelt sich um das ägyptische Nationalgericht, einen kräftigen Bohneneintopf, der aus dem traditionellen Messinggefäß serviert wurde...)
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