Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte Jahr 2012

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Es gibt insgesamt 20 Berichte
  • 05. Oktober 2012 Sommerferienaktion

    Sommerferienaktion 2012 im Ägyptischen Museum – das durften kleine Forscher dieses Jahr schon zum 30. Mal erleben.

    Gleichzeitig war es auch die letzte Ferienaktion in den angestammten Räumen der Residenz.

    3 Wochen lang konnten sich kleine Nachwuchs- Ägyptologen auf Spurensuche begeben und erfahren, was reiche Ägypter an Kleidung und Schmuck trugen, welche Tiere in Ägypten lebten, wie die Hieroglyphen funktionierten und womit altägyptische Kinder gespielt haben.

    Nach einer Führung zu Beginn durfte dann auch selbst Hand angelegt werden, und es entstanden Lederbälle, Briefe an den König, Lotus-Kerzenhalter und viele weitere Schätze. Die letzte Woche der Sommerferien stand ganz im Zeichen des Abschlussfestes und des Theaterstückes „Vom Lob des Schreibers". 8 fleißige Schauspieler lernten Text, übten Rollen, fertigten Kulissen und nähten Kostüme.

    Neben der erfolgreichen Aufführung konnten kleine Museumsbesucher am Abschlußfest auch den beliebten Pharaonen-Pass machen. Dazu musste man Kreativität und Wissen unter Beweis stellen: Welche Tiere lebten in Ägypten, wie sah die Göttin Maat aus, welche Kleidung trug der Pharao? Dazu wurden Obelisken gebastelt, Fische gespeert und Hieroglyphen geschrieben – und am Ende des Tages durfte sich manch ein Kind Schreiber, Priester oder gar Pharao nennen. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das 31. Jahr und die erste Ferienaktion im neuen Museum!

  • 23. Juli 2012 Münchener Forum

  • 18. Juli 2012 Konzertabend “in between”

    Konzert mit dem ensemble lukas, Leitung Gerd Kötter und Ruth Geiersberger (Performance)

    Ein Abend der „Zwischen-Räume": Chorgesang hallt aus unterschiedlichen Richtungen. Sänger bewegen sich durch die Räume des leeren Museumsneubaus, bringen ihn zum klingen und schwingen. Die Performance-Künstlerin Ruth Geiersberger irritiert und inspiriert dazu mit ihren geistreichen „Verrichtungen". Und die Cellistin Johanna Varner reagiert improvisierend mit neuen, zeitgenössischen Klängen auf die künstlerischen Interaktionen. Diese spannende Versuchsanordnung erlebten mehr als 100 Besucher des Konzerts „in between" im Juli. Gerd Kötter als musikalischer Leiter des Ensemble Lukas hatte Chorliteratur für gemischten Kammerchor aus fünf Jahrhunderten zusammengestellt – von Palestrina bis ins 20. Jahrhundert reichte die musikalische Bandbreite. Das Publikum, das sich in den Weiten von Kunst II – der großen Halle links des Glasatriums – versammelt hatte, wurde Zeuge eines sinnlich- musikalischen Glanzereignisses: Die A-Cappella-Klänge des glockenrein intonierenden Lukas-Ensembles bekamen eine fast mystische Komponente im leeren Museum mit seinen großen Nachhallzeiten. Mit den sphärischen Chorklängen kontrastierten die performativen Entreactes von Ruth Geiersberger, die den Freunden des Ägyptischen Museums schon lange keine Unbekannte mehr ist, sowie die zum Teil improvisatorischen Klangereignisse, die Cellistin Johanna Varner schuf. Ein begeistertes Publikum verließ das Haus in der Überzeugung, dass der Abend eigentlich viel zu kurz war.

  • 03. Juli 2012 Langfristige Leihgaben der National Corporation for Antiquities and Museums der Republik Sudan

    In Anerkennung des Münchner Engagements für die Sudanarchäologie überlässt die National Corporation for Antiquities and Museums der Republik Sudan dem Museum als langfristige Leihgabe vier herausragende Objekte.

    1839 wurde das königliche Antiquarium der Wittelsbacher mit der Erwerbung des Goldschatzes aus der Pyramide der Königin Amanishakheto in Meroe eine der ersten Sammlungen in Europa, die Altertümer aus dem antiken Sudan besitzen. Heute ist der Goldschmuck aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ein Highlight im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in der Münchner Residenz.

    Nun ist Königin Amanishakheto selbst nach München gekommen: In Anerkennung des Münchner Engagements für die Sudanarchäologie überlässt die National Corporation for Antiquities and Museums der Republik Sudan dem Museum als langfristige Leihgabe vier herausragende Objekte, die in den letzten Jahren bei den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Ausgrabungen unter Leitung von Dietrich Wildung in den Tempelruinen der Stadt Naga in der Wüste nordöstlich von Khartum entdeckt wurden.

    Es handelt sich um eine Stele aus Sandstein, die die Königin selbst in Begleitung zweier Götter zeigt sowie eine bislang einmalige Statue der Göttin Isis aus Fayence. Bei den beiden anderen Leihgaben handelt es sich um zwei der wenigen erhaltenen Beispiele von meroitischer Wandmalerei, deren eine den Oberkörper einer Nilgottheit zeigt. Auf dem zweiten Stück ist ein Fragment einer großformatigen Königsdarstellung zu erkennen.

    Ohne vergleichbare Parallelen in anderen Museen stehen die Leihgaben auf höchstem künstlerischen Niveau repräsentativ für Skulptur, Relief, Inschriften und Malerei einer noch wenig bekannten, vor zwei Jahrtausenden blühenden Kultur zwischen Afrika und Europa. Sie sind bereits in das Ausstellungskonzept im Nubien-Sudan-Saal im Neubau des Ägyptischen Museums einbezogen, sind aber zunächst noch am alten Standort des Museums in der Residenz ausgestellt.

    Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Freundeskreises wurden diese Objekte Mitte Juni vom Ausgräber Dietrich Wildung, dem ehemaligen Direktor des Ägyptischen Museums, vorgestellt. Khaled Moussa Daffala, Gesandter der sudanesischen Botschaft in Berlin, würdigte die langjährige enge Zusammenarbeit und überbrachte die Grüße des Botschafters.

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  • 01. Juni 2012 Objekt des Monats Juni '12: Figur eines Lesenden

    Die kleine Figur zeigt einen im Schneidersitz am Boden hockenden Mann.

    Er hält mit beiden Händen eine Schriftrolle fest, die er auf seinem Schoß ausgebreitet hat. Er trägt eine Kurzhaarfrisur und einen über die Knie gezogenen weißen Schurz, sein Oberkörper ist nackt. Es ist ein Lesender, der eine Variante der Schreiberfigur darstellt, die dieselbe Haltung zeigt bis auf das Detail der rechten Hand, die stattdessen eine Binse, das Schreibgerät der Ägypter, hält.

    Mit der Figur des Schreibers oder eines Lesenden verbindet der Ägypter einen weisen Mann, der seine Lebenserfahrung auf der Papyrusrolle festhält. Die meist füllige Brust deutet ein fortgeschrittenes Alter an, wie es für einen weisen Mann Voraussetzung ist. Darüber hinaus ist die Schreiberfigur, ein seit dem frühen Alten Reich bekannter Statuentyp, die Darstellung eines hohen sozialen und beruflichen Ranges. Sie kennzeichnet den Schriftkundigen, der die Spitzenpositionen der staatlichen Verwaltung innehat. So sind es die höchsten Beamten wie der Vezir, die sich im Typus der Schreiberstatue darstellen lassen, um auf ihr Wissen und ihre (Lebens-)Erfahrung hinzuweisen – vergleichbar dem Politiker heutzutage, der sich zum Interview am Schreibtisch vor einer gefüllten Bücherwand ablichten lässt.

    Die Pflichterfüllung und Loyalität des Beamten, wie sie in den Lebenslehren beschrieben und gefordert wird, wird also im Bereich der bildenden Kunst von der Statue des Schreibers – oder eines Lesenden – ausgedrückt. Trotz des kleinen Formats ist auch in dieser Figur eine füllige Brust als Altersmerkmal angedeutet.

  • 20. Mai 2012 Internationaler Museumstag

    Gähnende Leere in den Museumsräumen

    Es war alles vorbereitet: ein abwechslungsreiches Programm mit diversen Vorträgen und Führungen für Erwachsene und einem vielfältigen Werkstattprogramm für Kinder, die Mitarbeiter und freiwillige Helfer aus dem Freundeskreis. Seit mehr als 20 Jahren beteiligt sich das Ägyptische Museum an dieser weltweiten Aktion, zwischen 600 und 1000 Besucher folgten in den vergangenen Jahren dieser Einladung und strömten zu „den Ägyptern", meist warteten die ersten Gäste schon vor geschlossenem Tor..

    Als sich jedoch am 20. Mai die Museumstüren öffneten – nichts. Gähnende Leere in den Museumsräumen, woran sich auch in den kommenden Stunden nicht allzu viel ändern sollte. Gut, es war ein strahlender Sonnentag, aber das war auch in den vergangenen Jahren öfters so gewesen und hatte die Besucher nicht davon abgehalten, ins Museum zu kommen. Keine Werbung? Wir hatten das Programm wie in den vergangenen Jahren über Newsletter und Website angekündigt, Programmzettel lagen seit Wochen im Museum aus.

    Ratlosigkeit. Allerdings: Es war der Tag nach dem 19. Mai, dem Tag des Champions League Finales. Ganz München lag in Agonie...Vielleicht eine Erklärung? Bei einer vergleichbaren Situation (die EM steht vor der Tür!) werden wir jedenfalls zur Sicherheit der deutschen Mannschaft die Daumen drücken...

  • 03. Mai 2012 Klangspaziergang - warten, was da kommt

    Anfang Mai gab es im Neubau einen Klangspaziergang mit der Performerin Ruth Geiersberger, der Sängerin Martina Koppelstetter und dem Bratschisten Gunter Pretzel.

    Ruth Geiersberger, in den vergangenen Jahren schon aktiv sowohl in der Dauerausstellung in der Residenz als auch am neuen Standort, nahm die Besucher mit auf einen Spaziergang durch die künftigen Räume, die noch leer sind, sich im Wartezustand befinden, neugierig auf Kommendes...

    Da wurde rezitiert und gesungen, erklangen Opernarien und Volkstümliches. Auftakt war im ersten Skulpturensaal, in der nächsten Halle durften die Besucher länger verweilen, im engen Gang der künftigen Chronologie wurde Altägyptisches zitiert, und im Raum „Königtum" stießen die überraschten Besucher auf eine Direktorin, die in einer Endlosschleife das Materialkonzept des Baues und das Funktionieren der Mustervitrinen zu erklären schien, denn ihre Stimme begleitete die zum nächsten Standort Eilenden noch eine ganze Weile...In hohen Hallen auseinandergezogen und im Medienraum eng aneinandergedrückt folgten die Besucher den Stimmen von Ruth Geiersberger und Martina Koppelstätter, um dann zum fulminanten Abschluß von den Improvisationen Gunter Pretzels auf der Bratsche in den großen Raum für Sonderausstellungen gelockt zu werden.

    Das neue Haus ist den verschiedensten Künsten eine wunderbare Bühne!

  • 01. Mai 2012 Objekt des Monats Mai '12: Fliese mit Namen Ramses' II.

    User-maat-Re, Setep-en-Re lautet der Thronname von Ramses dem Großen, "Stark ist die Maat des Re, der Erwählte des Re".
  • 01. April 2012 Objekt des Monats April '12: Eine Nun-Schale

    Die Münchner Schale ist mit ihrem Durchmesser von 32 Zentimetern eine der größten ihrer Art.

    Im Inneren der Schale gruppieren sich um das Mittelmotiv eines quadratischen Teiches abwechselnd Lotosblüten und Papyrusdolden, zwischen denen Knospen angeordnet sind. Eine vierblättrige stilisierte Blüte, deren Blütenblätter jeweils auf die Ecken ausgerichtet sind, findet sich im Inneren des Teiches; dazwischen ist eine gegenständig angeordnete Form zu finden, die an die Wiedergabe von Palmstämmen erinnert, die normalerweise am Teichrand abgebildet sind. Mitten in die Pflanzenstengel hineingestellt steht auf zwei Seiten des Teiches eine schlanke, langbeinige Kuh: Die Sonnenscheibe zwischen den Hörnern identifiziert sie als Erscheinungsform der Göttin Hathor. Deren Emblem steht auf den anderen beiden Seiten des Teiches: das Sistrum, Rasselinstrument und Kultsymbol der Göttin. Zu erkennen ist die charakteristische Frisur der Göttin mit eingedrehten Locken, zu ergänzen ist das Frauengesicht mit Kuhohren. Der flache Standfuß bildet den Mittelpunkt einer Lotosblüte, mit der die Außenwandung verziert ist, wodurch die ganze Schale zur riesigen Lotosblüte wird. 

    Nach Material und Dekoration gehört diese Schale zur Objektgruppe der sogenannten Nun-Schalen, die charakteristisch ist für die 18. Dynastie. Der Name bezieht sich auf die zentrale Darstellung des Teiches, der interpretiert wird als der Urozean Nun, das Urgewässer vom Beginn der Schöpfung, aus dem alles Leben entsteht und aus dem sich jeden Morgen von Neuem der Sonnengott erhebt. Der Lotos mit seinen Blüten, die sich abends in der Dämmerung schließen, um sich am Morgen bei Sonnenaufgang erneut zu öffnen, ist das Symbol des Sonnengottes. Hinzu tritt die Himmelsgöttin Hathor in Gestalt einer Kuh; sie trägt die Sonnenscheibe zwischen ihren Hörnern,  und ihr geflecktes Fell gibt den Sternenhimmel wieder. Damit sind Hathor und der Lotos auch Symbole des ewigen Kreislauf des Lebens und stehen für Wiedergeburt und Auferstehung.
    Die Münchner Schale ist mit ihrem Durchmesser von 32 Zentimetern eine der größten ihrer Art.

  • 28. März 2012 Ausstellung Paris

     
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