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Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte Thema "Ausstellung "Nofretete - tête-a-tête""

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Es gibt insgesamt 8 Berichte
  • 01. September 2014 Objekt des Monats September: It’s not as easy as it may have seemed to be

    Seltsames tut sich im Ägyptischen Museum. Da haben sich kleine Tonfiguren in die Vitrinen geschlichen, stehen in Gruppen vor Särgen und Stelen, sitzen in lebhafter Diskussion unter den Papyri, reihen sich ein in die Uschebtis und Bronzefiguren, beugen sich über Gefäße.
    Die Museumsbesucher erkennen sich selbst in diesen munteren Wesen, die vom Museum Besitz ergriffen haben und sich mit schöner Selbstverständlichkeit unter die alten Ägypter mischen.

    Die Herkunft dieser lebhaften Gäste klärt sich im großen Sonderausstellungsraum von „Nofretete – tête-à-tête". Da hat der junge ägyptische Künstler Bassem Yousri ein ganzes Museum en miniature aufgebaut. Hunderte von Tonfiguren drängen in das Gebäude, strömen über Treppen und Rampen bis hinauf aufs Dach. Ihre Eroberung des Kunsttempels nimmt auch bedrohliche Züge an; Sockel werden umgestürzt, Bilder von der Wand gerissen – eine beklemmende Reaktion auf die Randerscheinungen des „Arabischen Frühlings".

    Bassem Yousri stellt mit dieser unkonventionellen, einfallsreichen Arbeit die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Massenkonsum. Seine punktuellen Interventionen in den Vitrinen sind erfrischende Kommentare zur Lebendigkeit der Begegnung zwischen Antike und Gegenwart; seine große Installation wirft einen kritischen Blick auf die Pervertierung des Museums zur Eventbühne und thematisiert die Stigmatisierung vorislamischer Kunst als Teufelswerk.

    Neben dieser Installation von Bassem Yousri zeigen auch viele andere Werke der Sonderausstellung die Kreativität, den Ideenreichtum, die Autonomie junger Künstler aus den arabischen Ländern, die unabhängig von den Ritualen und Mechanismen des westlichen Kunstbetriebs ihre eigenen Wege gehen.
  • 01. August 2014 Objekt des Monats August: Nida Sinokrot, Ka, 2009

    Inmitten spätantiker Bauplastik, frühchristlicher Stelen und koptischer Stoffe schockiert die Besucher eine martialische Maschine.
    Tonnenschwere Baggerschaufeln verwandeln sich in ein Armpaar, das zum Himmel weist. Der palästinensische Künstler Nida Sinokrot nennt seine Arbeit „KA" und bezieht sich damit auf die altägyptische Hieroglyphe ka, ein nach oben geöffnetes Armpaar, das Zeichen für die Seele des Menschen, die das Irdische überwindet und zum ewigen Leben führt.

    Der Kontext der frühchristlichen Bilder des Ägyptischen Museums unterstreicht diese Lesung des zum Auferstehungssymbol gewordenen Baggers: Mit erhobenen Armen steigen die Verstorbenen aus ihren Gräbern, hinauf zum ewigen Licht.

    (Ausgestellt im Raum „Nach den Pharaonen")
  • 01. Juli 2014 Objekt des Monats Juli: Paula Modersohn-Becker, Selbstportrait, 1906

    Unter den Künstlern der Moderne, die sich mit Altägypten auseinandergesetzt haben, nimmt Paula Modersohn Becker eine Sonderstellung ein.
  • 01. Juni 2014 Objekt des Monats Juni: Alberto Giacometti, Tête d’homme (Lotar I)

    Seit seiner Jugend hat sich Giacometti intensiv mit ägyptischer Skulptur auseinandergesetzt.

    Alberto Giacometti (1901-1966) fügt sich mit der Porträtbüste „Lotar I“ so selbstverständlich in die Porträtköpfe der Ptolemäerzeit und die römischen Gewandstatuen ein, saß er von den Museumsbesuchern kaum als ein Werk der Moderne wahrgenommen wird. Seit seiner Jugend hat sich Giacometti intensiv mit ägyptischer Skulptur auseinandergesetzt. Von den Hunderten von Skizzen, die er nach Originalen im Louvre und Abbildungen in Publikationen von ägyptischen Statuen gezeichnet hat, ist nicht eine als Motiv in sein Werk eingegangen, aber dennoch ist er in der Struktur seiner Plastiken, in ihrem direkten Blick, in der Raumhaltigkeit einer Figuren der ägyptischste Künstler des 20. Jahrhunderts.

  • 14. Mai 2014 Ein Angebot der besonderen Art: Führung zur Ausstellung "Nofretete - tête-a-tête"

    Ein Angebot der besonderen Art, bei der die Teilnehmer durch zwei Experten verschiedener Fachgebiete geführt werden
    Dietrich Wildung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Artikel und Katalogbeiträge zur Thematik der Auseinandersetzung von Künstlern der klassischen Moderne mit der Kunst des alten Ägypten verfaßt und zeichnet verantwortlich für die deutsche Übersetzung des Ausstellungskataloges. Jochen Meister, der als Leiter des Besucherdienstes der Staatsgemäldesammlungen über eine vieljährige Praxis gerade auch im Ausstellungsbereich verfügt, hat gemeinsam mit dem Ägyptischen Museum diese besondere Form der Führung entwickelt, die zum ersten Mal im vergangenen Herbst zum Kunstarealsfest unter dem Stichwort „Begegnungen“ (mit anderer Thematik) realisiert wurde. So haben die beiden Referenten zum Beispiel im Museum Brandhorst den altägyptischen Motiven in den Arbeiten von Cy Twombly nachgespürt – ebenfalls im „Doppelpaß“.
     
    Führung zur Sonderausstellung „Nofretete – tête-à-tête"
    15. Mai, 16 Uhr
    Führung Doppelpaß
    mit Jochen, Meister, M.A. - Kunsthistoriker
    und Prof .Dr. Dietrich Wildung - Ägyptologe
    Teilnahme (mit Museumseintritt) frei
  • 13. Mai 2014 Ausstellungskatalog Nofretete -tête-à-tête

    Der von den Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath verfaßte Katalog zur Sonderausstellung "Nofretete -tête-à-tête" wurde von Dietrich Wildung ins Deutsche übertragen und erscheint als deutsch-englische Edition.
  • 07. Mai 2014 Plakat "Nofretete - tête-a-tête" im Schaukasten

  • 07. Mai 2014 Eröffnung der Ausstellung "Nofretete - tête-a-tête"

    Viel Zeit nahm sich Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle bei der Eröffnung der ersten großen Sonderausstellung im neuen Haus am 6. Mai.
    • Dr. Sylvia Schoske
    Viel Zeit nahm sich Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle bei der Eröffnung der ersten großen Sonderausstellung im neuen Haus am 6. Mai. Nach der Eröffnung vor geladenen Gästen im Auditorium ging er mit den Kuratoren der Ausstellung – Sam Bardaouil und Till Fellrath sowie Dietrich Wildung – und der Museumsdirektorin Sylvia Schoske auf einen ausführlichen Rundgang durch die Ausstellung und interessierte sich besonders für die Konstellationen zwischen moderner und altägyptischer Kunst (hier vor einer Büste von Alberto Giacometti, die im Dialog steht mit Porträtköpfen der griechisch-römischen Zeit).
    Am folgenden Abend hatten die Mitglieder des Freundeskreises die Gelegenheit, in einer Exklusivveranstaltung die Ausstellung kennenzulernen.
     
    Ausgewählte Pressereaktionen: Focus, Bayern 2, Münchner Merkur, Donaukurier
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