Panorama

Museum Ägyptischer Kunst München Neuigkeiten & Berichte Thema "Objekte"

Navigation überspringen und direkt zum Inhalt
Es gibt insgesamt 44 Berichte
  • 12. Dezember 2015 #MunichInstaSwap

    Am letzten Wochenende fand der erste #MunichInstaSwap statt – eine Aktion, die auch schon von Museen und Kultureinrichtungen in London und Hamburg durchgeführt wurde. Bei einem InstaSwap werden zwei teilnehmende Institutionen miteinander verpaart, besuchen sich gegenseitig und posten ihre Impressionen des jeweiligen Partners auf der Plattform Instagram. Das Ägyptische Museum wurde mit den Pinakotheken verknüpft, die anderen Paarungen waren Münchner Kammerspiele < > Münchner Stadtbibliothek, Städtische Galerie im Lenbachhaus < > Haus der Kunst, Kunsthalle München < > Münchner Künstlerhaus, Archiv Geiger < > Infopoint.

    Einen Rückblick zur Aktion gibts auf dem privaten Blog unserer Museumspädagogin Roxane Bicker.
  • 01. Dezember 2015 Objekt des Monats

    Die Stele des Kaschischa

    Die Sitte von Privatleuten, sich am wichtigsten Kultort des Auferstehungsgottes Osiris, in Abydos, eine Stele aufzustellen oder ein Scheingrab zu errichten, wird vom Mittleren Reich ins Neue Reich übernommen. Auf der großen bemalten Kalksteinstele steht der Stelenstifter Rai rechts oben vor Osiris. Die Beischrift „Lobpreis geben dem Osiris, die Erde küssen für den Herrn der geheiligten Erde (= des Friedhofs)"« wird im Text auf der linken Stelenseite abgewandelt in „Lobpreis dir, du heiliger Gott". Osiris ist zweimal dargestellt, Rücken an Rücken unter einem Baldachin auf einem Sockel mit abgeschrägter Vorderkante sitzend. Der Baldachin ist als Schriftzeichen für Hebsed zu lesen, das Regierungsjubiläumsfest des Königs, der Sockel kann als hieroglyphische Schreibung für Maat, »Weltordnung«, stehen. Rai, im obersten Bildfeld vor Osiris betend und opfernd, ist im zweiten Register selbst Empfänger von Opfern, vor dem seine Söhne und Töchter aufmarschieren, deren vorletzte ihren kleinen Sohn, also einen Enkel des Rai, an der Hand hält. Meri-Hor, der im linken Teil dieses Bildstreifens Opfer erhält, opfert im untersten Register zusammen mit seinen Geschwistern vor seinem Vater Kaschischa-Rai. Ihm ist auch der dreizeilige Text der Stele in den Mund gelegt, ein Gebet an Osiris, Upuaut, Anubis und alle Götter von Abydos. Das Opfer vor den Vorfahren ist ebenso wie der konventionelle Stil der Stele, der alle Überschneidungen vermeidet und die Einzelfiguren wie die Hieroglyphenzeichen einer Inschrift nebeneinander setzt, eine traditionalistische Fortführung des Stils des Mittleren Reiches. Gebet und Opfer vor Osiris, bei dem Mensch und Gott einander Auge in Auge gegenüberstehen, sind ein Novum des Neuen Reiches, ein Indiz für ein neues, unmittelbares Verhältnis zwischen Mensch und Gott.

    Kalkstein
    H. 86 cm, Br. 60 cm
    Aus Abydos
    Neues Reich, 18. Dynastie, um 14.20 v. Chr.
    ÄS 52
    Erworben aus der Sammlung Ferdinand Michel
  • 09. November 2015 Aus den Leben der Sat-Djehuti

    Ein kooperatives Audioguide-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk und der Stiftung Zuhören

    Sprechende Götter in Tiergestalt, Unterricht auf dem Fußboden, Urteil vor dem Totengericht: Der achtteilige Audioguide des Graf-Rasso-Gymnasiums Fürstenfeldbruck lädt ein zu einer stimmungsvollen, musikalischen Reise ins Alte Ägypten.

    Viele Ausstellungsexponate im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst begeisterten die Schülern, als sie zu Beginn ihres P-Seminars bei einer Führung das Museum und seine verschiedenen thematischen Schwerpunkte kennenlernen konnten. Welche Geschichte aber steckt genau hinter den manchmal so vertraut wirkenden Gesichtsmasken oder den altägyptischen Tiergestalten? Für die zehn Schüler begann die Recherche, bei der ihnen Museumsmitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite standen.

    Welche Geschichte verbirgt sich hinter der golden glänzenden Gesichtsmaske der Sadtjehuti? Wie kann man sich eine Schulstunde im alten Ägypten vorstellen? Welche Götter gab es zu dieser Zeit und warum wurden viele von ihnen als Tiere dargestellt? Was galt damals als schön? Und was wird beim so genannten Totengericht entschieden? Die Schüler suchten sich verschiedene Exponate und Themen aus und konzipierten gemeinsam mit einem Mediencoach die Manuskripte für ihren Audioguide.

    Ein P-Seminar Musik und die Geschichte des alten Ägypten – wie passt das zusammen?

    In die Geschichte und Kultur des alten Ägypten einsteigen, ein Thema herausarbeiten, Interviews führen, Manuskripte schreiben, Texte selbst einsprechen ... – neben den zahlreichen Aufgaben, die alle Audioguidemacher zu bewältigen haben, waren die Schülern in diesem Projekt besonders gefordert, denn als P-Seminar Musik war für sie klar: Alle Musikstücke, die sie in ihrem Audioguide verwenden wollten, sollten auch selbst komponiert und einspielt werden. Die Schüler scheuten hierbei keine Mühe: Sie entwickelten für ihren Audioguide ein musikalisches Gesamtkonzept und brachten für die Endproduktion in einem Studio des Bayerischen Rundfunks ihre eigenen Instrumente mit.

    Es entstanden acht Hörstücke, die auf verspielte Weise verschiedene Ausstellungsschätze des Museums Ägyptischer Kunst zum Klingen bringen. Strenge Lehrer, stolze Götter, bezaubernde Schminkverfahren. Hier wird das Alte Ägypten lebendig.

    Am Donnerstag, dem 12.11.2015 Uhr findet um 18 Uhr im Auditorium des Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst die öffentliche Gesamtpräsentation dieses Projektes durch die Schüler statt! Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme!

    Weitere Informationen zum Projekt und Hörbeispiele gibt es auf der Seite des BR.

    Der Audioguide ist auch erhältlich über die „Bayern hören"-App.


  • 01. September 2015 Objekt des Monats - Ein Armreif der Königin Amanishakheto

    Zwei kreisförmig gebogene Goldbleche sind durch ein Scharnier aneinandergefügt, das durch eine auf einer Lotosblüte stehenden, halbplastisch gearbeiteten Frauenfigur verdeckt ist. Zwei kreuzförmig angeordnete ausgebreitete Flügelpaare weisen sie als Göttin aus; ihre Kopfbedeckung – die Doppelkrone über einer Geierhaube – identifizieren sie als Mut, die Gemahlin des Gottes Amun.

    Das Goldblech ist durch parallel laufende, aufgelötete Stege aus Golddraht in einzelne Ornamentstreifen gegliedert, die abwechselnd mit kleinen Rauten und Kreisen gefüllt sind, die ihrerseits ebenfalls aus aufgelöteten Golddrähten gebildet und mit Glasfluß in verschiedenen Blautönen gefüllt sind. Granulierte Bänder umziehen mit winzigen Goldkügelchen den oberen und unteren Rand und rahmen die rechteckigen, wie Fenster ausgesparten Felder in der mit einem Federmuster bedeckten Mittelstreifen, das zusätzlich Elemente mit rotem Glasfluß aufweist. In diese freien Flächen sind gleichfalls halbplastisch gearbeitete Götterbüsten eingesetzt.

    Der am Unter- oder Oberarm getragene Reif wurde ursprünglich durch ein Verbindungsstück aus Leder oder Stoff zusammengehalten; er war also in seiner Größe verstellbar und umschloß nur einen Teil des Armes.Dieses Schmuckstück gehört zum Grabschatz der Königin Amanishakheto, der 1834 von dem Italiener Giuseppe Ferlini in der Pyramide dieser Herrscherin in Meroe gefunden wurde. Ein Teil des Schatzes wurde 1839 von Ludwig I. angekauft, der zweite Teil ging später an das Ägyptische Museum in Berlin.

    Gold, Glasfluß
    H. 4,6 cm; Br. der Teilstücke je 8,5 cm
    Um die Zeitenwende
    Ant. 2455

    (Das Objekt ist im Raum „Nubien und Sudan" ausgestellt.)
  • 13. Juli 2015 Quartalsprogramm Juli - August - September

    Dokumente

  • 01. Juli 2015 Objekt des Monats - Die Sitzfigur des Cheti

  • 30. März 2015 Neu im Museumsladen "Imhotep"

  • 09. Januar 2015 Objekt des Monats Januar: Salbgefäß in Gestalt einer Meerkatze

    Ein "Neujahrsgeschenk" für verdiente Hofbeamte
  • 01. November 2014 Objekt des Monats November: Die Hathor-Kapelle in Naga

    Ausnahmsweise kein Originalobjekt: Die Hathor-Kapelle im Sudan-Raum des Museums hat als Modell dennoch die Ausstrahlung eines authentischen Werks der Architektur.
    Mit der Technologie des 3D-Streifenlicht-Scannens hat die Berliner Spezialfirma TRIGONART die Kapelle im Grabungsgelände des Münchner Naga-Projekts millimetergenau dokumentiert, und aus vielen Millionen Meßpunkten hat eine CNC-Fräsmaschine in einem mehrtägigen Prozeß das Modell gefertigt.

    In der Hathorkapelle, dem am besten erhaltenen Architekturdenkmal des Königsreichs von Meroë, manifestiert sich die Vernetzung der meroitischen Kultur mit ihrem historischen Umfeld. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. haben lokale Architekten afrikanische, ägyptische und römische Formen und Bauornamente zu einer eigenständigen Architektursprache verschmolzen.

    Die Kapelle ist das südlichste Baudenkmal der Antike, in dem sich hellenistischer Einfluß artikuliert, vergleichbar der im Museum neben der Kapelle ausgestellten Isis-Statue aus Naga, die als „African Beauty" in pharaonischer Form in römischer Tracht dargestellt ist.

    Eine 3D-Animation der Kapelle finden Sie hier. (Flash-Plugin des Browsers erforderlich)
  • 01. Oktober 2014 Objekt des Monats Oktober: Figur eines Nilgottes

    Diese zweigeschlechtliche Darstellung ist typisch für Personifikationen der Fruchtbarkeit, die der Nilgott Hapi verkörpert.
    Die zweidimensionale, durchbrochene Arbeit zeigt eine nach rechts schreitende Figur mit ausladenden Hüften, üppigen Oberschenkeln und deutlichem Bauchansatz sowie lang herunterhängenden Brüsten, wie sie auch in der Darstellung von Ammen üblich ist (die linke Brust ist unter der Achsel angegeben); bekleidet mit zwei um die Hüften gegürteten, schmalen Stoffstreifen. Auf den Händen bzw. Unterarmen trägt sie eine Opferplatte mit zwei großen Wassergefäßen, sogenannte Hes-Vasen, über die jeweils eine große Lotosblüte gelegt ist; drei weitere Lotosblüten bilden den Kopfputz.

    Diese zweigeschlechtliche Darstellung ist typisch für Personifikationen der Fruchtbarkeit, die der Nilgott Hapi verkörpert. Als einzige der ägyptischen Gottheiten hält er selbst eine Opferplatte in den Händen, nicht ihm wird geopfert, vielmehr bringt er selbst den Reichtum der Natur dar. Neben den Wassergefäßen, die das lebensspendende Nass enthalten, können dies die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere sein.

    Vom Alten Reich bis in die römische Zeit hinein, also über einen Zeitraum von über 2500 Jahren, gehören lange Reihen dieser Nilgottheiten zum festen Bestand der Tempeldekoration. Sie bilden den untersten Streifen der Bildfelder, die die Tempelwand bedecken und sind meist auf der Außenwand zu finden. Wie die unter den Füßen und über dem Kopf erhaltenen Metallstreifen bei dieser zweidimensionalen Figur zeigen, gehörte sie ursprünglich zu einem größeren Ensemble, das vermutlich die Dekoration eines hölzernen Götterschreines bildete.
An den Seitenanfang